Sehenswürdigkeiten in Essen 
Sehenswürdigkeiten in Essen

Sehenswürdigkeiten in Essen

Übersicht
Saalbau / Philharmonie
Allbauhaus
Dynamik
Zeche Zollverein
Aalto Theater
Welcome Brücke
Hirschlandplatz und Stein Haus in der Kapuzinergasse
Kettwig und Kettwiger See
Alte Synagoge
Kulturwissenschaftliches Institut - KWI
Wilder Garten
Film Studio
Sieben Stelen
Kunst-stück, Viehofer Platz, Königlich preußische Maschinenbauschule
Erlöserkirche
Baedekerhaus und Blum-Haus
Hochtief Haus
Volkshochschule Essen (VHS)
Gertrudiskirche
Gildehof - Zentralbibliothek
Meerlicht
Folkwangbrücke
Hirschlandbank
Marktkirche
Stadtgarten_-_garten_der_klaenge_-_teil_1__die_geschichte_des_parks
Keenaa
Rüttenscheider Brauhaus
Villa Hügel
Deutsche Bank
Viehofer Straße
Haus am Theaterplatz
Handelshof
Eick-Haus
Unperfekthaus
Deutschlandhaus
Bahnsteig Blau
Grillo-Theater
Gartenstadt Margarethenhöhe
Kreuzeskirche
Stadtgarten_-_garten_der_klaenge_-_teil_2__die_skulpturen
Die_Zeche Zollverein
Haus der Technik
Heilige Barbara am RAG Evonik-Haus und Steile Lagerung
Umgebung_des_Folkwang Museums
Evonik-Steag Hauptverwaltung
Bismarckplatz und Haus der Geschichte / Stadtarchiv
Schloss Borbeck
Forum Kunst und Architektur
Umraum
Glückaufhaus
Glockenspiel
Phänomania Erfahrungsfeld
Lichtburg
Europahaus
Friedenskirche
Folkwang Museum
Münsterkirche
Baldeneysee
Spirale Food for Thought
Dampfe
RWE - Haus
Haus am Kettwiger Tor
Ein leichtes Spiel
Rathaus
Ruhr Museum


Saalbau / Philharmonie

Direkt am Stadtgarten liegt der Saalbau. 1904 wurde er von dem Architekten Fred Skjold Neckelmann erbaut. Er ersetzte den Vorgänger, ein Provisorium aus Holz. Das neu gegründete Essener Philharmonische Orchester war dort beheimatet. Im Krieg wurde der Saalbau zerstört. 1950 wurde er durch Walter Engelhard wieder aufgebaut. Hier fanden Konzerte und Gastspiele der Callas statt. Prunksitzungen des Essener Karnevals, Parteitagen und Veranstaltungen wie zum Beispiel den Essener Songtage 1968 wurden hier abgehalten. Nach 50 Jahren genügte der Saalbau nicht mehr den Ansprüchen an eine Konzerthalle. Auch der Zustand des Gebäudes bereitete Sorgen. Die Frage war jetzt nur, Neubau oder Sanierung. 1999 fiel die Entscheidung. Das alte Gebäude sollte erhalten bleiben und saniert werden. Der Saalbau sollte ein Konzerthaus werden, welches den Anforderungen internationaler Spitzenorchester genügen kann. Das Architekturbüro Busmann und Haberer aus Köln gewann den internationalen Wettbewerb. Sie haben auch die Planung und den Bau der Kölner Philharmonie durchgeführt. Die Gliederung der Saalbau Fassaden mit abwechselnden Wand- und Fensterflächen wurden ins Innere übertragen. Der Alfried Krupp Saal wurde um ein Technik Geschoss erhöht. Er läßt seit 2004 über 1900 Personen in hervorragender Akustik Konzerte zu erleben. Ein großer Teil der Grundfläche kann innerhalb weniger Minuten auf die horizontale Foyerebene verändert werden. Dies ermöglicht eine variable Hubpodien Technik im ehemaligen Kellergeschoss. So ist eine Mehrfachnutzung des Saales möglich. Über der Bühne ist ein verstellbares Deckensegel. Es hat einen Durchmesser von ca. 11 Meter und ein Gewicht von 18 Tonnen. Es dient der Akustik und es enthält das Lichtrigg für die Bühnenbeleuchtung. Bewundernswert ist auch die im September 2004 eingeweihte Konzertorgel. Sie hat 4502 Orgelpfeifen. Im gesamten Saal wurde das Material Holz verwendet. Die Essener Philharmoniker waren an der Gestaltung der Akustik beteiligt. Es wurden akustische Anforderungen realisiert, die es ermöglichen, auch CD-Aufnahmen im leeren Raum zuzulassen.


Allbauhaus

Am Pferdemarkt liegt das ehemalige Allbauhaus. Es ist ein markanter Bau aus dem Jahre 1928. Der verantwortliche Architekt war Ernst Knoblauch. Er ist 1868 geboren und starb im Jahre 1955. Er baute vor dem 1. Weltkrieg etliche Gebäude. Zu erwähnen wären hier das Hotel Zum Ritter, das Viktoria Variete und das ehemalige Kaufhaus Overbeck am Kopstadtplatz. In den 20er Jahren entwarf er viele Allbau-Wohnhäuser und das alte Zeitungsgebäude der NRZ an der Kruppstraße / Ecke Friedrichstraße. Das Allbauhaus zeichnet sich durch seine klare Gliederung der Fensterbänke aus. Heute ist hier die Arbeiterwohlfahrt AWO beheimatet. Es war ursprünglich die Zentrale einer Institution, die seit 1919 den sozialen Wohnungsbau in Essen mitbestimmte. Die Allbau AG ist heute als rechtlich selbstständige, gemeinnützige Aktiengesellschaft mehrheitlich im Besitz der Stadt Essen. Eine prägende Rolle hatte der kommunale Bauträger beim Wiederaufbau der im Krieg schwer zerstörten Stadt. Er ist für das heutige Stadtbild mitverantwortlich. Seit 1994 kommt der Gewinn der Allbau Stiftung zugute. Sie fördert Kultur- und Bildungsprojekte, die nicht aus eigenen Mitteln oder Steuermitteln getragen werden können. Viele freie Theatergruppen, soziokulturelle Initiativen, Buchprojekte zur Stadtgeschichte, Jugendförderungen und vieles mehr werden von der Stiftung getragen. Sie hat eine hohe Verantwortung in der Kultur- und Bildungslandschaft der Stadt. Früher war die Allbau AG unter dem Namen Allgemeiner Bauverein Essen bekannt. Das Allbauhaus gehört zum Kulturpfad Essen. Er wurde im Jahre 2000 ins Leben gerufen und wird von 372 blauen Leuchtsteinen markiert. Er verläuft zur Orientierung an bestehende Kulturobjekte vorbei. Neben der Arbeiterwohlfahrt befindet sich im Erdgeschoß Räume der Essener Sparkasse. Das Gebäude ist ein fünfgeschossiger Eckbau.


Dynamik

Auf der Wiese vor dem Evonik-Steag-Haus befindet sich eine Bronzeskulptur. Es ist die Dynamik von Ladis Schwartz. Sie ist das Gegenteil zu der strengen Linienführung der Evonik-Steag Hauptverwaltung. Der Bildhauer Ladis Schwartz hat die Geschichte des Weges der Skulptur nach Essen nicht mehr erlebt. Der Bildhauer stammte aus dem rumänischen Siebenbürgen. Er war ein international anerkannter Künstler. Er hatte die Skulptur als Gipsmodell 1:1 fertig gestellt. Jedoch war er schwer krank und glaubte, die Skulptur nicht mehr als Bronzeguss verwirklichen zu können. Seine Werke setzen sich mit seiner Kindheit und mit der Geschichte seines Volkes auseinander. Sie stehen an markanten und historischen Stellen. Das berühmteste Werk ist das Denkmal Aliya am Strand von Haifa. Aliya bedeutet Ankunft. Es erinnert an die jüdischen Einwanderer, die dort zu Zeiten des britischen Mandats in Palästina auf der Flucht vor dem Faschismus illegal an Land gingen. Das war in den 40er Jahren. Als Schwartz die Dynamik erschuf, wusste er von seiner Krankheit und plante sie als letztes abschließendes Werk. Er wusste, dass sein Atelier abgerissen werden sollte und dort ein Neubau eines Bürohauses entstehen sollte. Die Gipsform der Dynamik würde nur den Transport zur Gießerei überstehen. Als der Künstler 1991 starb, war noch kein Standort für die Skulptur gefunden worden. Durch die Vermittlung des Essener Journalisten Bernd Drescher kam die Plastik schließlich nach Essen. Bernd Drescher bewunderte den Künstler Schwartz sehr. Die Schirmherrschaft übernahm der NRW Ministerpräsident und späterer Bundespräsident Rau. So steht sie nun als Andenken an den Künstler dort und ist als sein letztes großes Werk erhalten geblieben. Es ist ein Erlebnis, einmal in die Dynamik hinein zu gehen. Sie gehört zu einem der Kulturobjekte in Essen, die zum Kulturpfad gehören. Der Pfad führt seit dem Jahr 2000 durch Essen. Er ist mit 372 blauen Leuchtsteinen, die extra dafür entworfen wurden, markiert.


Zeche Zollverein

Essen, Gelsenkirchener Straße. Der Blick fällt schon beim Betreten des Geländes auf die riesige Dopppelbockförderanlage. Sie ist Sinnbild einer industriellen Epoche und Zeichen eines Weltkulturerbes – die Zeche Zollverein. Eines der eindrucksvollsten Industriedenkmäler steht inmitten des Ruhrgebietes. „Die schönste Zeche der Welt“ versteht sich mit ihren vier von ehemals fünf erhaltenen Schachtanlagen, der Kokerei, den Halden in Gelsenkirchen und Essen-Katernberg, ihren Verkehrsanlagen und ihren Arbeitersiedlungen als Gesamtensemble industrieller Entwicklung des 19. und 20. Jahrhunderts. Ihren Namen hatte die Zeche nach der 1834 in Kraft getretenen Freihandelszone von 14 deutschen Staaten. Dabei begann die Kohleförderung erst knapp zwanzig Jahre später. Mit 256 Bergleuten wurden schon im ersten Jahr der Produktion 13.000 Tonnen Kohle gefördert, um im Jahr 1890 mit ca. 1 Million Tonnen ihre Kapazität nahezu um 75 % gesteigert zu haben. Den 2. Weltkrieg überstand die Zeche fast unversehrt und stand bereits im Jahr 1953 mit einer Förderung von 2,4 Millionen Tonnen Kohle wieder glänzend dar. Höhepunkt eines Besuches der Zeche Zollverein in Essen ist die Besichtigung der ehemaligen Kokerei. Ihr Bau wurde im Jahr 1961 fertig gestellt und bestand aus 304 Öfen die bei 1250 Grad aus 10.000 Tonnen Kohle 8.600 Tonnen Koks für die Stahlindustrie produzierte. Trotz Rationalisierungsmaßnahmen konnte die Zeche dem Verfall des Kohlemarktes nicht standhalten und wurde 1986 geschlossen. Die Kokerei folgte 1993. Heute ist das Gelände der Zeche Zollverein ein angesehenes Kreativzentrum. Im Kesselhaus der Zeche ist heute ein Designmuseum untergebracht, im Turbinenhaus ein Gourmetrestaurant und Konzerte finden in der ehemals großen Lesehalle statt. Bei einem Entdeckungsrundgang auf dem Gelände wird dem Besucher nicht nur Kultur vermittelt, sondern auch lebendige Industriegeschichte näher gebracht. Die UNESCO nahm 2001 das Industriedenkmal Zollverein in seine Weltkulturerbeliste auf.


Aalto Theater

Das Aalto Theater liegt am Stadtgarten von Essen. Der finnische Architekt Alvar Aalto lebte von 1898 bis 1976. Das Theater ist wie ein Amphitheater angelegt. 1988 wurde das Theater von der Witwe Elissa Aalto eingeweiht. Die Essener Philharmoniker und das Musiktheater wurden mehrfach ausgezeichnet. Sie sind weit über die Ruhrgrenzen hinaus bekannt. Das liegt an der energischen Intendanz von Wolf-Dieter Hauschild bis zu Stefan Soltesz, beachtlichen Regisseuren und dem fähigen Ensemble und Orchester. Der ausführende Architekt des Theaters war Harald Deilmann. Alvar Aalto erstellte den Entwurf. Seine Ausführung hat er selbst nicht mehr erlebt. Er gewann 1959 mit diesem Entwurf den Architektenwettbewerb für das Opernhaus. Aber erst 20 Jahre später wurde von der Stadt Essen der Beschluss gefasst, das Bauvorhaben zu verwirklichen. Nach weiteren 9 Jahren wurde der von Harald Deilmann ausgeführt. Der Bau ist ein architektonisches Gesamtkunstwerk. Es entstanden faszinierende Räume, Fluchten und Foyers. Aalto gab die Gestaltung bis ins Detail vor. Handläufe, Türgriffe, Leuchten innen und außen, Treppen und Fenster zeigen seine Handschrift. Die Architektur macht einen Opern-, Konzert- oder Tanztheaterbesuch zu einer sinnlichen, festlichen Erfahrung. Die Kritik an der Größe ist im Laufe der Jahre seit 1988 verstummt. Ein bisschen vermisst man hier jedoch einen kleineren Theaterraum zum Beispiel für Studioproduktionen. Unter Dach des Aalto Theater sind die Aalto Oper, die Essener Philharmoniker und das Aalto Ballett. Die Oper und die Philharmoniker sind seit 1997 unter der Leitung von Stefan Soltesz. Das Ballett wird von Ben van Couwenbergh seit 2008 geleitet. Die Forderung nach Anerkennung als Staatstheater und damit der Zugriff auf weitere Ressourcen werden immer lauter. Nicht nur im Zusammenhang mit dem Kulturhauptstadtjahr. Der Saal im Aalto Theater bietet Platz für 1200 Personen.


Welcome Brücke

An der Schützenbahn in Essen befindet sich die Welcome-Brücke. Sie gehört zum Essener Kulturpfad, der seit dem Jahre 2000 besteht. Er wird von 372 blauen Leuchtsteinen gekennzeichnet und verläuft durch Essen an verschiedene Objekte vorbei. Die Brücke hat einen Abgang zum U Bahnhof. Sie wurde 1981 von dem Hamburger Architekten Freese erschaffen. Es ist eine Brücke über die breite, vielbefahrene Straße. Die Grundform der Brücke ist ein "Z". Die Schützenbahn war auf der einen Seite bebaut, was auf der anderen Seite fehlte. Die Brücke wirkte fehl am Platz, solange diese Ergänzung nicht vollzogen war. Nach Bebauung beider Seiten ist die Nordbrücke als Nordtor des Stadtzentrums zu sehen. Sie hat eine neue Lichtgestaltung bekommen. Das Gegenstück ist die Folkwangbrücke im Süden der Stadt. Die Welcome Hotelkette war das erste Hotel, das an der Schützenbahn angesiedelt wurde. Es wurde von der Privatbrauerei, die Warsteiner Gruppe, hier eröffnet. Die Warsteiner Gruppe ist Deutschlands umsatzstärkste Privatbrauerei. Das Hotel ist ein 4 Sterne Hotel mit Tagungszentrum. Seit dem Jahre 2002 wird es hier betrieben. Es ist ein Hotel für anspruchsvolle Reisende. Es liegt sehr zentral und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Es ist funktional und modern. Die Mitarbeiter des Hotels sind sehr freundlich. Das Frühstück bietet eine sehr gute Auswahl. Durch diese Pluspunkte ist es nicht verwunderlich, dass das Hotel erfolgreich betrieben wird. Ebenfalls läßt sich hieran erkennen, für welche Richtung die Nordstadt sich entschieden hat.


Hirschlandplatz und Stein Haus in der Kapuzinergasse

Der Hirschlandplatz ist eine sehr gern genutzte Fläche wegen der Begrünung mit einem Spielplatz und den Restaurants mit Terrasse. In der Mitte steht der Lesebrunnen. Er wurde von dem Plastiker Bernhard Kleinhans erschaffen. Kleinhans studierte an der Werkkunstschule in Münster und der Akademie in München. Er benutzte meistens das Material Bronze. In einem Wachsausschmelzverfahren hat er seine Werke geschaffen. Er nahm Wachs und formte seine Ideen daraus. Danach hat er das Modell mit einem feuerfesten Stoff ummantelt. Das Wachsmodell wurde dann ausgeschmolzen und der so entstehende Hohlraum wurde mit Bronze ausgegossen. Die feuerfeste Ummantelung zerschlug er nach dem Abkühlen und die Bronzefigur kam zum Vorschein. Durch dieses Verfahren entstehen Unikate. Der Schwung des neuen Bauens der 20er Jahre war nicht nur in öffentlichen Instituten, Banken und Aktiengesellschaften vorhanden. Privat ist hier noch ein Beitrag zu den Visionen in Stein erhalten. Das Stein Haus befindet sich in der Kapuzinergasse. Der Architekt war Anton Stein. Er baute 1923 das Büro- und Geschäftshaus. Es ist besonders bemerkenswert durch seine rhythmisch gestaltete Fensterfront. Er nahm hierfür seine eigenen Mittel und Gelder von Freunden. Er verbreiterte durch privaten Grundstückskauf 1923 die enge Kapuzinergasse. Damit war der Blick in Richtung Creditanstalt frei. Das Haus ist noch heute im Familienbesitz. Der Hirschlandplatz und das Stein Haus gehören zum Kulturpfad in Essen. Dieser wurde im Jahre 2000 ins Leben gerufen. Er führt als gedachte Linie durch Essen und wird von 372 blauen Leuchtsteinen markiert. Diese wurden extra für den Kulturpfad entworfen.


Kettwig und Kettwiger See

Kettwig ist ein Stadtteil von Essen und liegt im Süden der Stadt. Kettwig ist ein alter Stadtteil. 1052 wurde er erstmalig erwähnt. Über die Ruhr führt hier in Kettwig eine Brücke. Es ist ein wichtiger Übergang und Kreuzungspunkt der Handelsstraßen nach Frankfurt, Düsseldorf und Essen. Kettwig ist eine alter Weberstadt. Hier wurden vor allem Wollstoffe und Seiden für Regen.- und Sonnenschirme gefertigt. Im 2. Weltkrieg blieb Kettwig von Bombenangriffen weitestgehend verschont. Dadurch ist die Altstadt noch sehr gut erhalten. In den verwinkelten Gassen stehen Fachwerkhäuser, die bis zu 400 Jahre alt sind. Seit 1975 gehört Kettwig zu Essen. In Essen Kettwig steht der Märchenbrunnen. Er zeigt das Wildschwein, das auf den Schneider zu rennt. Doch der hat sich schon ganz oben auf die Säule gerettet. Das ist das Märchen vom tapferen Schneiderlein. Nachdem der Schneider schon die Riesen erschlagen und das Eichhorn besiegt hatte, musste er noch ein Wildschwein fangen. Erst dann durfte er die Königstochter heiraten. Früher gab es in Kettwig noch Nachtwächter. Sie sorgten in den dunklen Gassen für Ruhe und Ordnung bei Nacht. Im Stadtkern befinden sich auch die Marktkirche und das Kaiser Wilhelm Denkmal. Die Ruhr hatte viele Klippen und Sandbänke. Das größte Problem für die Schiffe war es, die steilen und die flachen Stellen zu passieren. Daher baute an viele Schleusen, die den Schiffen ermöglichte, den Höhenunterschied zu überwinden. In den fünf Ruhrstauseen wird das Wasser der Ruhr natürlich gereinigt. Der Kettwiger Stausee ist der letzte der fünf Seen, bevor die Ruhr in den Rhein fließt. Die vielen Wasserwerke sorgen dafür, dass die Ruhr heute Trinkwasser ist.


Alte Synagoge

Die Alte Synagoge in Essen ist die größte frei stehende Synagoge nördlich der Alpen. Heute ist sie kein jüdisches Gotteshaus mehr, sondern eine Gedenkstätte und ein Begegnungszentrum. Sie wurde 1913 feierlich eingeweiht. Als Zeichen für die Anerkennung der Juden in Deutschland sollte sie stehen. In dem großen Hauptraum konnten 1500 Gläubige sitzen. Der Hauptraum wurde von einer Kuppel überspannt. Eine Kuppel nennt man eine Halbkugel oder den glockenförmigen oberen Teil eines Raumes. Am 09.11.1938 wurde sie, wie viele jüdische Götteshäuser, von den Nationalsozialisten in Brand gesteckt. Dabei wurde das Innere der Synagoge schwer beschädigt. Der Begriff Synagoge bezeichnet ein jüdisches Gotteshaus. Nach dem 2. Weltkrieg, der bis 1945 ging, stand das Gotteshaus für sehr lange Zeit leer und wurde zu einer Ruine. Dann jedoch wurde sie zu einem Ausstellungsraum hergerichtet. Bei den Umbauarbeiten wurde der Toraschrein abgerissen, in dem die Torarolle aufbewahrt wurde. Tora ist das Gesetz Gottes, das in den fünf Büchern Moses des Alten Testaments aufgezeichnet ist. Sie ist das Kernstück des jüdischen Glaubens. Der Text ist auf einer Pergamentrolle geschrieben. Diese Rolle nennt man Torarolle. Der Toraschrein ist extra dafür gebaut, die Torarolle aufzubewahren. Bei den Arbeiten wurde auch eine niedrige Decke unter der Kuppel eingezogen. Sämtliche Mosaike und Verzierungen wurden einfach überstrichen. Nach einem Brand ist sie im Inneren in etwa so wiederhergestellt, wie sie einst gewesen ist. Heute finden hier Lesungen, Ausstellungen, Vorträge und weitere Veranstaltungen statt. Es ist eine Sammlung der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Essen zu sehen. Aufzeichnungen, Briefe, Fotografien, Bücher und vieles mehr zeugen von dem Leben der Juden in Essen. Die Leiterin ist heute Frau Dr. Edna Brocke. Für die Sammlungen ist Frau Martina Strehlen zuständig. Die Synagoge wurde 1959 von der Stadt Essen erworben. 1980 wurde das Kulturzentrum „Alte Synagoge“ gegründet.


Kulturwissenschaftliches Institut - KWI

Das KWI ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung. Sie ist in der ehemaligen Steag-Hauptverwaltung beheimatet. Das Gebäude wurde 1952 errichtet. Den Entwurf fertigte der Industrie- und Kraftwerksarchitekt Werner Issel an. Das KWI ist ein gemeinsames Forschungskolleg der drei Universitäten des Ruhrgebiets in Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen. Hier wird an zeitlich begrenzte Forschungsprojekten gearbeitet. Wissenschaftler der unterschiedlichsten Fächer forschen hier, einige auch als Promotions- oder Habilitationsstipendanten. Wissenschaftler aus allen Kontinenten kommen nach Essen. Nicht nur aufgrund der großen Themenbreite. Das Institut leisten einen wichtigen Beitrag für die Stadt Essen durch die Veröffentlichungen und die Vernetzung des wissenschaftlichen Potentials. Im Mittelpunkt stehen die Themen Erinnerungs-Kultur, Inter-Kultur, Klima-Kultur und Verantwortungs-Kultur. Ander Projekte befassen sich mit der Zukunft der Demokratie, der Entwicklung der Metropolen, dem Verhältnis von Kunst und Wirtschaft, dem Stellenwert der Religion in der internationalen Politik, den Wechselwirkungen zwischen Kultur- und Lebenswissenschaften, der Herausforderung durch die digitale Wissenschaftskommunikation und der gesellschaftlichen Verantwortung von Wissenschaft. International hochkarätige Referenten halten Gastvorträge und führen Tagungen durch. Diese können von der Allgemeinheit besucht werden. Das KWI liegt direkt an der B 224, der Bismarckstraße. Diese kann über die Folkwangbrücke überquert werden. Die Brücke verbindet Rüttenscheid und Holsterhausen miteinander. Die Stiftung zur Förderung der kulturwissenschaftlichen Forschung wurde im Jahre 2004 gegründet. Sie unterstützen das KWI durch Förderung von Forschungsprojekten und unterschiedliche Veranstaltungen, aber auch den Austausch von Gastwissenschaftlern und die Vergabe von Stipendien. Der Schwerpunkt liegt vor allem in der Förderung junger Forscherinnen und Forscher. Seit 2009 vergibt sie jährlich den Dissertationspreis Kulturwissenschaften. Vier Vorträge im Jahr werden durch die Mitgliedsbeiträge finanziert. Das ermöglicht jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des KWI ihre Projekte vorzustellen.


Wilder Garten

An der Schützenbahn liegt das Kunstobjekt Wilder Garten. Er sieht verwahrlost und zertrampelt aus. Er wurde sich selbst überlassen. Es ist ein Kunstkonzept aus den 80er Jahren. In der Presse wird es gerne aufgegriffen und muss sich hier harter Kritik unterziehen. Laut der künstlerischen Definierung ist kein Eingreifen gestattet. Die Essener Künstlerin Monika Günther hat ein Konzept für das Folkwang Festival 1985 eingereicht. Es sollte eine Fläche am Rande der Innenstadt bewusst als ein nicht gestaltetes, nicht kultiviertes Gelände definieren. Hierbei bezog sie sich auf den niederländischen Künstler und Architekten Louis Le Roy, genau genommen auf sein Prinzip der Ökokathedrale. Das ist ein brachliegender Raum, der mit Schutt bedeckt wird, dann mit Pflanzensamen bestückt und schließlich sich selbst überlassen wird. In den 80er Jahren wirkte das Konzept der Künstlerin als Provokation. Den gerade in Essen wurden die vom Krieg zerstörten Flächen zubetoniert. Die Stadt stellte ein Stück Verkehrsgrün zur Verfügung. Es wurden ein paar LKW-Ladungen grober Bauschutt darauf verteilt und Wildblumen-, Gräser- und Baumsamen darauf verteilt. Dann wurde das Stück sich selbst überlassen. Es wuchs ein Wäldchen heran, dicht genug, um sich darin zu verstecken. Es wurde aber nicht von der Tierwelt als Wohnraum genutzt, sondern von der Essener Fixer-Szene. Auch wurde es als Müll-Ablage-Platz von einigen Menschen genutzt. Als das Grünflächenamt das Wäldchen einebnen wollte, kam es zum Streit. Das Ende dieses Streites war nicht die Einebnung des Wäldchens, sondern die Stadt muss dieses Kunstwerk immer wieder aufräumen. Einige Bäume wurden mit Einverständnis der Künstlerin herausgenommen und die Drogenbetreuung hat neue Standorte für die Szene gefunden.


Film Studio

Das Film-Studio Glückauf ist das älteste Filmtheater in NRW. Es ist eines der letzten seiner Art in Deutschland. Essen verfügt somit durch das Eulenspiegel an der Steeler Straße und die Lichtburg über 3 herausragende Kino-Denkmäler. Die Lichtburg ist das größte deutsche Lichtspiel Premierentheater. Es verfügt über eine prächtige Innenausstattung Der Einrichtung des Kinosaal des Film-Studios stammen aus den 20er Jahren. Sie spiegelt die Anfänge der Geschichte des Kinos wider. 1924 wurde es eröffnet. Die Stadt Essen nutzte es als Reformkino. Im Gegensatz zu anderen Kinos zeigte es nicht nur Unterhaltungsfilme, sondern auch Kulturfilme. Das Film-Studio wurde im Krieg zerstört. 1953 konnte es wiedereröffnet werden. Der Tradition der anspruchsvollen Kinokunst ist es jedoch treu geblieben. 1991 übernahmen die Betreiber des Essener Filmkunsttheaters das Kino. Unter der Leitung von Marianne Menze und Hans-Peter Hüster bekam es jedes Jahr vom Land und Bund eine Auszeichnung. Wegen Statikprobleme musste es im Jahre 2001 geschlossen werden. Für mehrere Jahre war das Kino in der Halle 2 auf der Zeche Zollverein. Es wurde eine große Spendenaktion gestartet. In die Wiedereröffnung wurden 2,4 Millionen Euro investiert. Die Gelder kamen vom Land und der EU, aber auch große und kleine Spender halfen mit. Den Rest steuerten zwei Stiftungen hinzu. Den Anstoß hatte Marianne Menze gegeben. Sie gründete den Verein "Rettet das Film-Studio. 1.300 Bürger und Bürgerinnen der Stadt Essen und Umgebung spendeten für das Kino. Es wurde eine große Gala gegeben, bei der Prominente eingeladen wurden. Auch die Essener Sparkasse war dabei. Sie erstellte einen Fond, in dem 200 Menschen investierten. Der Projektentwickler Kölbl Kruse steuerte eine viertel Million Euro bei. Er war zu dieser Zeit der Hauptmieter der Räume im Glückaufhaus. Mit diesen Geldern wurde die Bausubstanz im Glückaufhaus erneuert und das Kino konnte wieder das Untergeschoss beziehen. Der Kinosaal von 1924 und das Nachkriegs-Foyer mit Filmbar aus den 50er Jahren blieben erhalten.


Sieben Stelen

Zu beiden Seiten der Gildehofstraße stehen die Sieben Stelen. Sie sind 19 Meter Hoch. Gestaltet wurden sie von Heinz Mack. Sie bilden ein Portal in den in Nord-Süd-Richtung fließenden Verkehr. Jeden Tag passieren 40.000 Autos die Stelen. Der Künstler wurde durch etliche Projekte seit den 60er Jahren bekannt. Licht-Inszenierungen wie das Sahara-Projekt oder das Aktis-Projekt zeugt von seiner Kunst. An entlegenen Plätzen stellt er seine spektakulären, großformatigen Plastiken in öffentlichen Räumen auf. 1957 gründete er gemeinsam mit Otto Piene und Günter Uecker die Düsseldorfer Künstlergruppe Zero. Sie gestalten in enger Verbindung mit dem französischen Nouveau realisme und der Op-Art Licht, Bewegung und serielle Struktur. Sie nahmen gemeinsam an der documenta III in Kassel mit dem Werk Lichtraum teil. Dieses Werk steht heute im Kunstmuseum Düsseldorf. 1966 wurde die Gruppe aufgelöst. Heinz Mack gestaltete 1981 den Jürgen-Ponto-Platz in Frankfurt, 1984 Columne pro coelo am Kölner Dom und 1989 vor der Landeszentralbank in Düsseldorf. Die Stelen an der Gildehofstraße wurden im Auftrag der Essener Hypothekenbank erstellt. Die Grundform ist ein Kreuz. Sie verjüngen sich nach oben und vermitteln so den Eindruck einer gläsernen, zerbrechlichen Eleganz. Durch eine teleskopartige Darstellung wird dieser Eindruck noch verstärkt. In den Kanten der Chromstahlsäulen sind blaue Lichtbänder eingesetzt. Während der Nacht spiegeln sich die 28 schmalen, blau scheinenden Stelen in den Glasflächen der beiden benachbarten Bankgebäude. Tagsüber schimmern die Stelen silbern.


Kunst-stück, Viehofer Platz, Königlich preußische Maschinenbauschule

Am Viehofer Platz ist ein Punkt des Kulturpfades die königlich preußische Maschinenbauschule. Sie steht verdeckt hinter dem Turm des heutigen Rechenzentrums der Uni Essen. Es ist die erste akademische Einrichtung im Ruhrgebiet. Sie stammt aus dem Jahr 1911. Es entstand ein schöner, sandstein-verkleideter Bau im Stil des süddeutschen Barocks. Hier am Viehofer Platz befindet sich die Gothic- und die Indie-Szene von Essen. Auf einer Verkehrsinsel befindet sich ein "kunst-stück". Vier Fahrspuren führen um die Insel. Die Fläche in der Mitte der Straße ist 2.000 qm groß. Im Jahre 2003 wurde dieses kunst-stück hier errichtet. Schirmherrschaft hat die Essener Wohnungsbaugenossenschaft Wohnbau eG übernommen. Durch die Kunst im öffentlichen Raum wird die Qualität des Geländes erhöht. Das kunst-stück wurde von dem Essener Künstlerpaar Miriam Giessler und Hubert Sandmann erschaffen. Die Holzverlattung mit fingerbreiten Fugen wirkt tagsüber wie mit einer Schraffur gezeichnet. Abends strahlen die Torbögen von innen heraus. Durch die Fugen entsteht eine ganz besondere Lichtstimmung. Das Viadukt soll an die ehemalige Stadtmauer erinnern. Ein weiteres kunst-stück ist das Projekt still life von Cornelia Konrad. Im Jahr 2004 versenkte sie ein Haus zwischen den Fahrspuren. Aus dem Boden ragten nur Teile eines Fensters und eine Tür war zu erkennen. Abends wurde ein Schlafzimmerlicht eingeschaltet. So entstand der Eindruck, als ob sich noch ein Bewohner in diesem Haus befindet. Auch das Projekt dressed trees ist ein Teil des kunst-stücks. Die Künstler Ilka Helmig und Andreas Reichel haben für die 12 Bäume auf der Ausstellungsfläche aus rotem Polyacryl-Stoff warme Pullover gestrickt.


Erlöserkirche

Die Kirche stammt aus der Zeit der wirtschaftlichen Macht und der explosionsartigen Stadtentwicklung. Der Bau der Erlöserkirche wurde 1897 in Auftrag gegeben. Nach dem Tod des ersten Planers, August Orth, der 1901 starb, übernahm der Berliner Franz Schwechten die Arbeiten. Er war ein führender Vertreter preußischer Repräsentations-Architektur. Er hat die Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Kurfürstendamm erbaut. Er baut die Erlöserkirche in Essen in historischer Neo-Romantik. Sie ist eine Hallenkirche mit Querschiff. Nach dem Vorbild des Wormser Doms ist sie geschaffen worden. Sie hat eine repräsentative Westfassade und einen 50 Meter hohen Turm. Im 2. Weltkrieg ist sie schwer beschädigt worden. Von E. A. Rheinhardt ist sie unter Einhaltung der historischen Außenform wieder aufgebaut worden. Hugo Kükelhaus gestaltete den Innenraum der Kirche in den 50er Jahren. Er ist erst lange nach seinem Tod adäquat gewürdigt worden. Er verzichtete auf rechte Winkel und nahm eine natur-inspirierte Farbe in den Fenstern und an den Wänden des Kirchenraums. Er war Bildhauer, Philosoph, Pädagoge und Architekt. In den 90er Jahren wurde das Erfahrungsfeld der Sinne, das Phänomania in Essen Katernberg erschaffen und eine Hommage an den vielseitigen Künstler. Die Erlöserkirche ist eine evangelische Kirche. Sie hält nicht nur Gottesdienste ab, sondern bietet auch kunst- und kulturinteressierten Menschen die unterschiedlichsten Veranstaltungen an. Hier finden unter anderem Konzerte des Essener Bachchores statt. 1897 kauft die Kirche das Grundstück. 1909 wird sie durch Generalsuperintendent D. Umbeck ihrer Bestimmung übergeben. 1937 erhält die Kirche die kostbaren Mosaiken im Altarraum. Sie sind ein Geschenk der Familie Krupp. 1952 kann eine einmanualige Orgel angeschafft werden. Im Jahre 1984 feiert die Kirche 75-jähriges Bestehen mit einer Festschrift und einem Festgottesdienst. Im Jahre 1999 wird der Innenraum renoviert und restauriert. Seit 2004 nennt sich die Erlöserkirchengemeinde Essen-Altstadt in Evangelische Erlöserkirchengemeinde Essen um. Im Jahre 2008 wird die Lukaskirche geschlossen und die beiden Gemeinden Erlöserkirchengemeinde und Kirchengemeinde Holsterhausen fusionieren. Das 100-jährige Bestehen feiert die Kirche im Jahre 2009 mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen.


Baedekerhaus und Blum-Haus

Ein mächtiger Dreiklang des Architekten Ernst Bode steht am Burgplatz mit seiner Westseite an die Kettwiger Straße. Es sind die Gebäude Baedekerhaus, Blum-Haus und die Lichtburg. Ernst Bode ist im Jahr 1878 geboren und 1944 verstorben. Er hat 1922 in einer Denkschrift den Anstoß für eine großstädtische Bebauung des Burgplatzes gegeben. Sie ist in den Jahren 1925 bis 1928 umgesetzt worden. Es entstanden das Baedekerhaus und das Blum-Haus als zwei eigene Bauwerke. Sie haben unterschiedliche Geschoßhöhe. Sie wirken aber durch ihre Fassaden und ihre Fenster als Gesamtkomplex. Die Verkleidung ist aus grob behauenem Muschelkalk. Beide sind in Spannbeton-Bauweise errichtet. Dies läßt hallenartige Innenräume zu. Figuren an der Fassade Baedeker setzen Akzente. Es sind vier schlanke Plastiken des Bildhauers Josef Enseling. Sie stellen Handel, Wissenschaft, Arbeit und Kunst dar. Die Buchhandlung Baedeker bestand von 1775 bis 2003. die Familie Baedeker hat auch Essens erste Zeitung und die gleichnamigen Reiseführer veröffentlicht. Sie war die größte Buchhandlung in Westdeutschland. Im Jahr 2003 wurde sie durch Buch und Kunst übernommen. Heute ist sie ein Teil der Thalia-Kette. Das Blum-Haus war kein städtisches Projekt. Der Kaufmann Gustav Blum hat es durch private Investitionen finanziert. Er hat hier das größte deutsche Textilkaufhaus errichtet. Gustav Blum lebte von 1870 bis 1934. Der Baukörper des Hauses erstreckt sich über die Länge des Kurienplatzes und am Kennedyplatz schließt er ab. Hier waren 600 Mitarbeiter beschäftigt. Blum war auch Gründer des Essener Einzelhandelsverbandes und Stifter zum Beispiel für das Museum Folkwang und die Synagoge. Die Söhne von Blum wurden gezwungen, das Kaufhaus weit unter Wert im Jahre 1938 zu verkaufen.


Hochtief Haus

Rechts vor dem Aaltogebäude und dem RWE Turm steht das Hochtief Haus. Es wurde von den Architekten Bucerius und Kleemann 1937 erschaffen. Zu dieser Zeit wurde es nach dem letzten technisch Stand gebaut. Der Hochtief Baukonzern war früher die Gebrüder Helfmann AG. Auf Betreiben von Hugo Stinnes wechselte in den 20er Jahren die Zentrale von Frankfurt nach Essen, ins Ruhrgebiet. Das Bucerius Gebäude bot für die Arbeiter und Mitarbeiter gute Voraussetzungen. Neuzeitliche Arbeitsplätze mit einem perfekten Kommunikationssystem, Telefonanlage mit Hausruf und 20 Amtsleitung und zeitgemäße Freizeiteinrichtungen ließen die Entscheidung für dieses Gebäude leicht werden. Durch den Krieg wurde das Gebäude beschädigt. Es wurde nach Kriegsende wieder instand gesetzt und bis heute mehrmals erweitert. Die Außenansicht gibt noch einen Eindruck auf die ursprüngliche Planung frei. Hier hat Bucerius eine besondere Wirkung erzielt. Die beiden spitzwinkelig zueinander gestellten Trakte sind von unterschiedlicher Länge. Der Kopfbau ist nach innen gewölbt, während der längere Trakt nach außen gewölbt ist. Dadurch wird der Baukomplex optisch im Gleichgewicht gehalten. Der Sockel und die Reliefe des Portals wurde von dem Düsseldorfer Bildhauer Kuhn gestaltet. Die Figuren aus dem Bauhandwerk sind ebenfalls original erhalten und unter Denkmalschutz gestellt. Die Hochtief AG ist heute der größte deutsche Baukonzern. Sie sind international tätig. Sie sind im Baugewerbe, der Kohlegewinnung und in der Immobilien Bewirtschaftung von Verwaltungszentren, Flughäfen und dergleichen engagiert. Der Konzernsitz und die Zentrale der Unternehmensbereiche und Tochterfirmen ist in Essen.


Volkshochschule Essen (VHS)

Berufliche Qualifikation und Erwachsenenbildung hat in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewonnen. Früher war die VHS in der City-Randlage untergebracht. Dann wurde am Burgplatz ein Neubau errichtet. Er hat 3.500 qm Fläche. Das alte Gebäude war stark mit Asbest und PCB belastet. Am Burgplatz befindet sich nun die VHS direkt in der Stadtmitte. Im Untergeschoss der VHS ist ein Ausgrabungsprofil, dass die historische mittelalterliche Stätte, den Burgplatz, begreifbar machen. Es wurde für den Neubau ein Architekten-Wettbewerb ausgerufen. Die Planung und Ausführung des Neubaus wurde sodann von dem Düsseldorfer Büro Miksch-Rücker-Architekten erbracht. Die Entwurfsidee war es, einen auf schlanke Säulen stehenden, schwebenden Baukörper durch einen zweiten zu ummanteln, der aus fast 1.000 qm Glaseinheiten besteht. Es entstand durch die gläserne Fassade eine Art Schaufenster der VHS zur Stadt hin. Alle Bewegungen im Gebäude können von den Aussenstehenden gesehen werden. Dies ermöglichen die gläserne Aufzüge und die offenen Treppen. Andererseits können die Personen im Inneren eine beeindruckende Aussicht erleben. Von hier aus sieht man zum Beispiel das Münster, die Alte Synagoge, das Rathaus, die Zeche Zollverein die Halden im Norden und sogar die Arena auf Schalke in Gelsenkirchen. Im Inneren sind mikadohaft angeordnete Neonröhren. Durch die zentrale Lage der VHS konnte die Stadt Essen die Zahl der Besucher deutlich erhöhen. Im Jahr 2009 wurde ein Doppel-Jubiläum gefeiert. Die VHS wurde 90 Jahre alt und war 5 Jahre am Standort Burgplatz. Außerdem gab es viele zusätzliche Besucher durch die Burgplatz Terrassen und die Gaststätte Lernbar. Hier am Burgplatz ist die VHS fast wieder an ihrem örtlichen Ursprung. Das erste Gebäude war nämlich 1919 eine Bürgervilla auf dem Grundstück des Baedeker Hauses.


Gertrudiskirche

Die Gertrudiskirche in Essen wurde von August Rincklake erbaut. Sie entstand als katholische Gemeindekirche der Innenstadt. Zwischen 1894 und 1896 wurde die Kreuzeskirche erbaut. Zeitgleich entstand auch die Gertrudiskirche. Jahrhundertelang war ein Provisorium Heimat der alten Getrudengemeinde. Mit dem Bau der Kirche wurde dieses Problem beendet. Die Hallenkirche mit fünf Querjochen war nach Westen gerichtet. Die Kirche hatte 3 Schiffe. Heute ist nur noch der Turm als Stumpf erhalten. Bis 1943 setzte die Kirche einen markanten Akzent am nördlichen Rand der Innenstadt. Der Norden war dicht besiedelt. Hier wohnten Arbeiter und Handwerker. Weil die Krupp Fabrik hier ganz in der Nähe ist, wurde das Wohngebiet völlig zerstört. Auch von der Kirche blieb fast nichts übrig. Sie wurde mit verkleinerten Fenster und abgehängter Segmentbogendecke wiederaufgebaut. Das übernahm der Dombau-Architekt Emil Jung in den 50er Jahren. Die heutige Gertrudiskirche gehört zum Essener Kulturpfad, der im Jahre 2000 entstand. Er führt vorbei an den unterschiedlichsten Kulturobjekten und wird von 372 blauen Leuchtsteinen markiert, die hierfür extra angefertigt wurden. Die Stadt Essen gehörte von Anfang an zum Erzbistum Köln. Die Pfarrkirche war ursprünglich die Abteikirche. Später kamen St. Gertrud für den nördlichen Bereich und St. Johann für den südlichen Bereich hinzu. Ab 1524 wurde gelegentlich evangelisch gepredigt. 1543 trat der erste evangelische Pfarrer auf. Ab 1560 wurde in der Gertrudiskirche auf deutsch gesunden und 1563 wurde die Kirche dauerhaft den Protestanten zur Nutzung überlassen.


Gildehof - Zentralbibliothek

1987 weihten die Essener ein Spaßbad mitten in der City ein. Auf fast 6500 qm entstand ein Ort, wo Hektik und Alltag vergessen werden konnte. Doch leider blieben die Besucher aus. Es waren 1.700 Gäste pro Tag eingeplant. Es kamen aber nur 500. Nach 5 Jahren war den Politikern und den Bürgern klar, dass das eine Fehlinvestition war. Nach jahrelangem Hin und Her wurde das Spaßbad geschlossen. Aber selbst kostete diese Lösung der Stadt 1,2 Millionen jährlich. Und das für die nächsten 20 Jahre. Denn die Stadt hatte 1987 einen Mietvertrag über 25 Jahre geschlossen. Der Eigentümer war ein Immobilien-Fond. Erst durch den Umbau und die Nutzung für die städtische Zentralbibliothek war das Problem gelöst. Der Umbau wurde im Jahre 1999 von dem Kölner Architekten Walter von Lom durchgeführt. Unter der Leitung von Professor Andreas Heinrich an der Kunsthochschule für Medien in Köln haben Ann Pascual und Markus Heuer die Licht Installationen im Eingang realisiert. Heute gehört die Zentralbibliothek zum Kulturpfad Essens. Der Kulturpfad führt vorbei an viel unterschiedliche Kunstobjekte. Er wird markiert von 372 blauen Leuchtsteinen. Die Steine wurden ganz speziell für den Pfad erschaffen. Der Kulturpfad besteht seit dem Jahr 2000. Er wächst mit Visionen und verändert sich. Er verläuft als gedachte Linie nach Norden, ausgehend vom Museum Folkwang bis zum Historischen Kern an der Marktkirche in Essen. Nahe dem Gildehof-Center liegen die Plastik Keenaa und das Haus der Technik, die ebenfalls zum Kulturpfad gehören.


Meerlicht

Vom Grillo-Theater weiter die Dellbrügge nach Osten findet man mehr zum Thema Licht und Dunkel. Der Straßenname Dellbrügge erinnert noch heute an der Herkunft. In alter Zeit ging es hier zur Dielenbrücke, einem Holzsteg. Er überbrückte die sumpfige Senke des Berne-Flüsschens. Von diesem sumpfigen Gelände leitet sich auch der Name einer engen, etwas düsteren Gasse ab. Sie geht rechts von der Dellbrügge ab. "Schwarze Meer" bezeichnet als Flurname einen schwarzen morastigen Teich oder Tümpel. Die Gasse könnte als Kulisse eines Krimis wirken. Jürgen LIT Fischer und Peter Brdenk reizte dieses Umfeld. Im Vorfeld des Stadtjubiläums 2002 wollten sie das Gässchen nicht etwa beleuchten, sondern das Schwarz als Hintergrund einer Lichtinstallation nutzen. Mit der Magie des Ortes spielt Meerlicht. Auf einer Länge von 32 Metern wurden 52 durch LED-Technik leuchtende Plexiglasstäbe vor einer bereits bestehenden, schwarz gekachelten Wand installiert. Sie erzeugen einen Rhythmus der perspektivischen Verkürzung. Der Architekt Peter Brdenk und der Lichtkünstler Jürgen LIT Fischer haben jahrelang künstlerisch zusammengearbeitet. Im Stadtraum haben sie mehrere Projekte zum Thema Licht mit Installationen oder temporäre Projekt, wie zum Beispiel den Lichtparcour Braunschweig zur Expo 2000, den Lichtpunkt in Herne oder den Neubau der Siemens-Zentrale in München erschaffen. Jürgen LIT Fischer starb 2005. Er gestaltete unter anderem auch 1995 die Lichtinszenierung des Tetraeders in Bottrop. Peter Brdenk koordiniert seit 2001 das Projekt Lichtführung der Stadt Essen.


Folkwangbrücke

Mitte der 90er Jahre wurde dieses Brückenprojekt geplant. Im Jahre 2000 wurde es dann realisiert. Die Brücke verbindet den Museumskomplex mit Rüttenscheid und dem Südviertel. Die Brücke führt über die viel befahrene B 224, die Bismarckstraße und verbindet somit Rüttenscheid und Holsterhausen, zwei dicht besiedelte Stadtteile. Die Brücke kann nur zu Fuß überquert werden. Sie wurde von der Stadt Essen, dem Land und dem Steag-Konzern gebaut. Der Konzern Architekt Heige-Jo Marker markiert bei der Sicht nach Norden eine Torsituation. Auf der Brücke stadteinwärts nach Norden sieht man die fast vier Kilometer vom südlichen Stadttor entfernten Lichtstelen. Tagsüber sind diese kaum wahrnehmbar. Aber seit Sommer 202 sind sie eine Markierung im Essener Lichtführungsprojekt. Die Brücke ist nachts in blaues Licht gehüllt. Auch sie gehört zu dem Lichtprojekt. Sie ist eine Hängebrücke. Die Seile der Brücke sind aus Stahl. Sie hat eine Hauptspannweite von ca. 27 Metern und eine Gesamtlänge von ca. 52 Meter. Die Pylonen sind 17 Meter hoch. Die Untersicht der Brücke sind Rohrquerträger. In Essen gibt es viele mehrspurige Schnellstraßen, die durch die Stadt verlaufen. Die Überquerung ist aufgrund des starken Verkehrs für Fussgänger nicht leicht und dauert meist einige Zeit. Daher sind viele Anwohner froh über eine Fußgängerbrücke, die über die Straße führt. Die unten vorbeifahrenden Autos können von oben beobachtet werden. Für Rollstuhl-Fahrer ist an der Seite ein Aufzug, damit diese die Brücke ebenfalls benutzten können. Für die anderen Fußgänger sind einige Stufen eingebaut worden. An der einen Seite befindet sich direkt da KWI, das Kulturwissenschaftliche Institut. Die Brücke gehört zum Essener Kulturpfad, der im Jahre 2000 entstand. Der Pfad führt an verschiedene Kulturobjekte vorbei.


Hirschlandbank

Auf der Lindenstraße in der nähe des Neubaus der Galeria Kaufhof finden wir die ehemalige Hirschlandbank. Das Defaka Kaufhaus wurde in den 70er Jahren durch den Neubau der Galeria Kaufhof ersetzt. Die Front der Hirschlandbank ist denkmalgeschützt. Es ist lediglich die Fassade erhalten. In den 90er Jahren wurde das Gebäude hinter der Fassade abgerissen und neu wieder aufgebaut. Es ist heute ein Bürohaus. Der alte Bau stammt aus dem Jahr 1910. Der Architekt war Carl Moritz. Hier hatte die Simon-Hirschland-Privatbank ihren Sitz. Zu den Kunden Hirschlands gehörten Kunden wie zum Beispiel Krupp, Grillo, Dinnendahl und Stinnes. Die Familie Hirschland spielte seit 1850 eine gravierende Rolle im kulturellen und politischen Leben der Stadt. Simon Hirschland, der 1807 geboren wurde und 1885 starb, war lange Jahre Vorsitzender der jüdischen Gemeinde. Sein Sohn Isaac Hirschland war sein Nachfolger und wirkte entscheidend als Stifter der Synagoge. Die Synagoge wurde von Edmund Körner erbaut. Der Bruder des Bankiers, Moses Hirschland, war Arzt. Er ist 1811 geboren und 1888 gestorben. Er war der Hausarzt der Familie Alfred Krupp. Sein Sohn Fritz Hirschland half bei dem Erwerb der Kunstsammlung von Karl-Ernst Osthaus zusammen mit dem Kaufhausbesitzer Gustav Blum und trug somit zum Entstehen des Museums Folkwang in Essen bei. 1938 wurde eine Tochter der Deutschen Bank gegründet, die die Privatbank übernahm und somit keine jüdische Führung mehr besaß. Der Kunstförderer Fritz Hirschland starb 1943 im KZ Westerbrok in Holland. Der Familie zu Ehren wurde in den 80er Jahren der Wiener Platz zwischen Deutschlandhaus und Theaterpassage in Hirschlandplatz umbenannt.


Marktkirche

Im Mittelalter war die Marktkirche für Handwerker und Reisende. Sie war Mittelpunkt des öffentlichen Lebens und die Wiege der Reformation für Essen. Heute ist sie eine Kirche ohne Gemeinde. Daher ist sie für Jedermann geöffnet. Die Kirche liegt im Zentrum von Essen. Anfang der 90er Jahre entschied der Stadtkirchenverband, die Stelle eines City-Pfarrers zu erschaffen. Außerdem wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, da die Marktkirche umgestaltet werden sollte. Es gingen 224 Entwürfe ein. Das ist eine sehr beachtliche Anzahl. 1995 stand der Sieger fest. Es war der Dortmunder Architekt Eckard Gerber. Er plante mehrere gläserne Ebenen zur Raumteilung, sowohl horizontal als auch vertikal. Davon wurde aber nur der prägenste Teil realisiert. An der rechten Seite befindet sich ein blau-gläserner Kubus. Er ist in den bestehenden Kirchenraum hineingebaut worden und ragt nach Westen in den bisherigen Vorplatz hinaus. 50 blaue Elemente aus Glas bilden einen Raum, der die Wand des Kirchenschiffs durchbricht. Die Klarglasflächen wurden mit blauer Farbe in unterschiedlicher Stärke bestrichen und gebrannt. Die Werkstatt Hein Derix aus Kevelaer hat die Arbeiten durchgeführt. Jedes Einzelelement besteht aus vier Glasscheiben. Sie sind 2,20 x 1,60 Meter groß. Die Kosten wurden vorwiegend durch Spenden ausgeglichen. Alle am Projekt beteiligten Gremien hatten beschlossen, dass keine Kirchensteuermittel für den Umbau in Anspruch genommen werden dürfen. Jeden Monat findet eine Andacht für die in Essen ohne Angehörige Verstorbene statt. Die Marktkirche wechselt sich dabei jährlich mit ihrem Gegenüber am Dom ab. Im Jahr 2010 ist die Marktkirche eine Plattform für besondere Gottesdienste, Ausstellungen und Vorträgen. Die christliche Verkündung trifft hier auf unterschiedliche kulturelle Ausdrucksformen, wie zum Beispiel Tanz, Musik, Malerei und Bildhauerei.


Stadtgarten_-_garten_der_klaenge_-_teil_1__die_geschichte_des_parks

Bereits 1865 gab es einen städtischen Garten. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Park in seinem heutigen Ausmaß angelegt. Gleichzeitig erfolgte im Jahr 1904 die Errichtung des Essener Saalbaus. Der Architekt war Fred Skjold Neckelmann. Vorher war hier ein Provisorium aus Holz. Dieser wurde durch einen wuchtigen Steinbau ersetzt. Das zur gleichen Zeit gegründete Essener Philharmonische Orchester zog dort ein. Der Park ist eng mit dem Leben des damaligen Oberbürgermeisters von Essen, Erich Zweigert, verbunden. Er war Oberbürgermeister von 1886 bis 1906. Er trieb den Entwicklungsprozess der Stadt an. Zu Amtsantritt gab es 65.000 Einwohner, kein öffentliches Krankenhaus, keine Bibliothek, kein Theater und kein eigenes Orchester. 1896, nach 10 Jahren Amtszeit, überstieg die Einwohnerzahl die Hunderttausend. Im Jahre 1906 starb Zweigert in seinem Amtszimmer an einem Herzinfarkt. Essen war jetzt eine Großstadt mit 240.000 Einwohnern. Im Stadtgarten ist leichtes Verkehrsrauschen zu hören. Darüber hinaus quaken Enten, spielen Kinder, hört man die Fontänen im Teich und das Klacken von Boulekugeln auf der Platanenallee. Seit Beginn des Jahrhunderts bis in die 60er Jahre fand hier das gesellschaftliche Leben statt. Danach wurde es stiller. Die Essener kamen nicht mehr zu Platzkonzerte und Tanztees auf der Saalbau Terrasse. Auch durch das Skulpturenprojekt im Auftrag der Folkwangfeste, die Neuanlage eines Spielplatzes und das Kulturpfad Projekt konnte der Park nicht wirklich viele Besucher anlocken. Leben wurde erst durch den Umbau des alten Saalbaus zur neuen Philharmonie wieder in den Park gebracht. Die ersten, die den Stadtgarten wieder für etwas anderes nutzten, waren die Boulefreunde. Der Park musste neugestaltet werden. Der Architekt Andreas Kipar verpasste dem Park eine Verjüngungskur. Jetzt konnte der Park ohne Angst auch nach Sonnenuntergang begangen werden. Mehrere Faktoren waren dafür nötig. Leute, Licht, Musik und Menschen erhellten nun den Park.


Keenaa

Im Innenhof der ehemaligen Hypothekenbank befindet sich eine wundervolle Plastik. Die Keenaa ist aus Stahl gefertigt. Heute ist in dem Gebäude der Hypothekenbank die Essener Niederlassung der katholischen Pax-Bank. Die Plastik im Hof wurde von Pit Kroke gefertigt. Die Umgebung der Plastik ist mit Stahl und Glas geprägt. Sie ist eine Büro- und Firmenumgebung. Hier passt sich die Plastik Keenaa sehr gut ein. Der Werkstoff Stahl wird in ein Feuer geschoben und schmilzt so. Kroke hat eine Momentaufnahme genommen, in dem sich die Statik des Stahls in Bewegung befand. Die beiden Stahlkörper stützen sich aufeinander. Gerade hier im Innenhof ist diese Plastik gut aufgehoben. Jedoch kann der eine oder andere schon einmal ins Grübeln kommen, wenn die aufeinander gestützten Stahlformen ins Wanken geraten. Pit Kroke ist 1940 geboren worden. Er studierte Bildhauerei bei Hans Uhlmann an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. An der Hochschule arbeitete er auch an abstraktem Film und experimenteller Fotografie. Er hat auch Architektur studiert. 1964 ging er nach Italien. Dort arbeitete er als Architekt. Erst 1981 ging er wieder zur künstlerischen Tätigkeit über. Dieser widmet er sich seit dem fast ausschließlich. Seit 1993 arbeitet und lebt er in Berlin und Sardinien. Die Keenaa gehört zum Kulturpfad in Essen, der im Jahre 2000 ins Leben gerufen wurde. Der Pfad wird markiert von 372 blauen Leuchtsteinen, die extra hierfür gefertigt wurden. Er führt vorbei an viele unterschiedliche Kulturobjekte in Essen.


Rüttenscheider Brauhaus

In Essen Rüttenscheid befindet sich das Rüttscheider Brauhaus. Es ist eine Hausbrauerei. Gerade hier in Essen ist es schon eine Herausforderung, neben den Großbrauern eine Hausbrauerei zu gründen. Der Betreiber ist Braumeister und Geschäftsführer. Er läßt seine Gäste an seiner Begeisterung für das handwerkliche Brauen teilhaben. In den Räumen findet der Gast die blanken Maischbottiche, die Produktionsanlagen und die Fassbierabfüllung. Das Gebäude ist riesig, in dem die Rüttenscheider Brauerei ihren Platz gefunden hat. Über eine Zapfanlage fließt das Bier hier direkt von den Fässern in die Gläser. Da kann der Gast sicher sein, dass das Bier frisch ist. Ein einmal angestochenes Fass muss innerhalb eines Tages geleert werden, da es sonst an der frischen Herzhaftigkeit verliert. Es wird nicht schlecht, aber es schmeckt nicht mehr so wunderbar. Am Ende des Tages werden daher hier immer kleinere Fässer angestochen, damit mit dem letzten Gast auch der letzte Tropfen aus dem Fass verabschiedet werden kann. Im Rüttenscheider Brauhaus werden die Biere Rüttenscheider Keller und Rüttscheider Weizen angeboten. Das Rüttenscheider Keller ist ein helles, naturtrübes untergäriges Bier. Das Rüttenscheider Weizen ist auch naturtrüb, jedoch obergärige und dunkel. In dem Brauhaus kann neben dem Bier auch leckere Speisen zu sich genommen werden. Jedoch sollte jeder Besucher vor dem Betreten des Brauhauses einmal den gesamten Gebäudekomplex entlang der Giradetstraße anschauen. Hier hatte bis 1988 eines der bedeutendsten Druck- und Verlagsunternehmen seinen Hauptsitz. Das Großunternehmen Giradet hat klein angefangen. Der Buchbinder Wilhelm Giradet hat 1865 sein erstes eigenes Geschäft in Essen eröffnet. Bald war er so erfolgreich, daß er neben der Buchbinderei und einen Papier- und Schreibwarenhandel ins Druckgeschäft einsteigen konnte. Neben dem Brauhaus befinden sich noch weitere gastronomische Betriebe, ein Hotel, eine Senioren Residenz, Kunst- und Kultureinrichtungen, Geschäfte und weitere Betriebe in dem Gebäude.


Villa Hügel

Die Villa Hügel liegt in Essen. Sie ist ein Einfamilienhaus mit 220 Zimmern. Über dem Baldeneysee, auf einem Berg wurde die Villa erbaut. Sie ist umgeben von einem großen Park. Sie ist von Alfred Krupp. Eine Bronzefigur von dem Erfinder und Fabrikbesitzer Alfred Krupp steht in dem Park. Er hat von 1812 bis 1887 gelebt. Er wollte damit zeigen, wie viel Geld und Macht er besaß. Er hat alles im Haus selbst entworfen. Er mischte sich dauernd in die Bauarbeiten ein, da er sehr eigenwillig war. Die Architekten wurden dadurch öfters zur Verzweiflung gebracht. Aus Angst vor Feuer hat er alles aus nicht brennbarem Material und nach dem neuesten Stand der Technik gebaut. Die erste Warmluftheizung der Welt wurde in die Villa eingebaut. 1873 zog die Familie Krupp in die Villa ein. Die Heizung funktionierte aber nicht richtig. Die Villa war so kalt, dass die Familienmitglieder andauernd krank waren. Aber das Erdgeschoß war so heiß, dass sich der Fußboden wölbte. Zuerst waren 66 Hausangestellte mit in die Villa eingezogen. Später waren es bis zu 648, die die verschiedensten Aufgaben erledigen mussten. Alfred Krupp war sehr streng. Er verlangte von den Angestellten Pünktlichkeit, Gehorsam, Bescheidenheit, Ordnungssinn, Verschwiegenheit und Bescheidenheit. War er mit ihnen zufrieden, wurden sie gut bezahlt. Wenn nicht, schmiss er sie raus. Alfred Krupp empfing hier Könige und Kaiser. Wertvolle Wandbehänge, reich verzierte Zimmerdecken aus Holz und eine große Bibliothek zeugt von dem Reichtum der Familie Krupp. Heute finden in der Villa regelmäßig Konzerte und Kunstausstellungen statt. In dem Gästehaus, dem kleineren Teil der Villa, ist eine Ausstellung über die Familie Krupp und die Entwicklung der Firma Krupp zu sehen. Nahtlose Eisenbahnreifen wurden zum Firmenzeichen. Mit dieser Erfindung gelang der Firma Krupp der Durchbruch. Alle wollten die Reifen, die aus einem Stück geschmiedet und gewalzt wurden. Bald beschäftigte die Firma Krupp ungefähr 1000 Arbeiter. Danach baute Alfred Krupp die Vorderlader Kanone. Sie war auch ein Erfolg für die Firma. Diese Waffen konnten doppelt so weit schießen wie andere. Alfred Krupp baute auch Wohnungen für seine Arbeiter und versicherte sie gegen Krankheit. Arbeiter, die ein Leben lang bei der Firma arbeiteten, gewährte er eine Rente.


Deutsche Bank

Am Hans-Toussaint-Platz in Essen steht das Gebäude der Deutschen Bank. Es wurde 1901 errichtet. Bis 1925 war hier die Essener Creditanstalt. 1872 wurde sie durch den Industriellen Friedrich Grillo gegründet. Über dem Hauptportal sind heute noch die Initialen ECA sichtbar. Der Bau geht über Eck und hat eine Kuppel mit einer Etage auf dem Dach. Entworfen hat das Gebäude der Essener Architekt Peter Zindel. Er ist im Stil der italienischen Stadtpaläste der Renaissance. Die Essener Creditanstalt war 1901 das größte Gebäude in der Essener Innenstadt. 1908 wurde das Gebäude erweitert. Es überstand den 2. Weltkrieg ohne größere Schäden. In den 70er Jahren musste es saniert werden. 1998 wurde es, genau wie die Hirschlandbank, hinter der Fassade abgerissen und auch der Kuppelbau wurde erhalten. Es wurde ein neuer Bau mit der denkmalwürdigen Fassade und dem Kuppelbau aufgebaut. Das war die erste derartige Sanierung in Essen. Der Architekt dieses Neubaus war Wilhelm Küker. So blieb die Aussenansicht erhalten. Wenigstens die Fassade und der Kuppelbau von einem der wenigen verbliebenen Großbauten der wilhelminischen Zeit ist so bis heute erhalten geblieben. Das war in Essen keine Selbstverständlichkeit. Das alte Rathaus wurde auch von Peter Zindel erbaut. Noch heute sind einige Essener Bürger sehr traurig darüber, dass dieses Gebäude abgerissen wurde. An der Stelle des Rathauses wurde ein Kaufhaus im Jahre 1964 neu gebaut. Auch das Grandhotel Kaiserhof wurde abgerissen. An der Stelle steht heute seit 1974 die SEB-Bank.


Viehofer Straße

Die Viehofer Straße in Essen ist eine Straße mit vielen Möglichkeiten. Sie ist die Fortsetzung der Achse Kettwiger Straße und ist ein Stück Innenstadt. Sie hat das Potenzial ein interessantes Viertel zu werden. Am Anfang der Viehofer Straße steht eine Skulptur. Die Wasserbögen stehen seit 1994 hier. Sie sind eines der fünf Stadtzeichen. Der Oberhausener Architekt Uli Dratz hat sie geschaffen. Hier sollen Menschen verweilen und verschnaufen. Seit dem Jahr 2000 zeichnet sich der Weg ab, die Innenstadt mit einem durchgängigen und erkennbarem Gesamtkonzept auszustatten. Der Architekt und Lichtkünstler Peter Brdenk hat den Kulturpfad - Lichtführung Stadt Essen im Jahre 2000 erschaffen, bei dem auch etliche Projekte an der Viehofer Straße mit aufgenommen wurden. Die auf der Viehofer Straße in regelmäßigen Abstände gepflanzten Bäume sollten nachts durch blaue Bodenfluter angestrahlt. Doch dieses Vorhaben wurde nicht umgesetzt. Lange Zeit wurde zwischen Friedrich-Ebert- und Viehofer Straße, Pferdemarkt und Limbecker Straße an unterschiedlichen Ecken investiert. Aber das Gesamtkonzept für diese Gegend fehlte. Das Nordviertel wurde seinen Ruf als Sorgenkind der Innenstadt nie richtig los. Sie bietet Potenzial für weitere Entwicklung. Im Jahr 2009 legte der Projektentwickler Klaus Wolf ein Vorschlag zur Sanierung des Nordviertels vor. Das Gebiet soll ein völlig neues Gesicht erhalten. Die Kreuzeskirche ist hierbei ein geistiger und kultureller Ankerpunkt. Sie wurde von 1894 bis 1896 erbaut. Die evangelische Kirchengemeinde in Essen ist gewachsen. Daher wurde der Bau eines Gotteshauses in der Innenstadt notwendig. Der Architekt war August Orth. Seit 1987 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Es wurde im Krieg schwer beschädigt und ist heute nur zum Teil saniert. Geplant ist, hier im Nordviertel fast alles abzureißen und neu aufzubauen. Es sollen hier Büroflächen, Hotels, ein Boarding House für Menschen, die für eine bestimmte Zeit an der Uni forschen, Geschäfte, Arztpraxen und Gastronomie Betriebe entstehen.


Haus am Theaterplatz

Das Haus am Theaterplatz wurde von Georg Metzendorf in den Jahren 1928 bis 1930 erbaut. Es liegt am Hirschlandplatz in Essen. Es ist ein lang gestreckter, fünfgeschossiger Bau. Von dem Haus am Theaterplatz, der heutigen Theaterpassage, ist nur noch die Außenansicht unverändert. Es ist eines der schönsten Bauten des Architekten. Metzendorf entwickelte im Stadtteil Margarethenhöhe die Gartenstadt für die Angestellten der Firma Krupp. Er entwarf mit seinen Partnern die unterschiedlichsten Projekte, wie zum Beispiel Brücken, Wohnhäuser, Kliniken, Kirchen und Verwaltungsbauten. Das Haus des Ruhrverbandes in Essen-Süd und die frühere Stadtbücherei an der Hindenburgstraße, die im Krieg zerstört wurde, sind hier besonders erwähnenswert. Die Theaterpassage ist ein Gemeinschaftsprojekt des Kaufhauses Eintracht, des Möbelhauses Kramm, des Vereins Haus der Technik und der Essener Sparkasse. Metzendorf wurde auch für das Innendesign engagiert. Er entwarf es im Stil der Neuen Sachlichkeit. Die unterschiedliche Fassadengestaltung je nach Blickrichtung ist bemerkenswert. Der schlanke Spitzerker prägt den Turm der alten Sparkasse. Teilweise zurückliegende Etagen sind auf der Längsseite und nehmen dem Bauwerk so die Wuchtigkeit. Die Fensterfront am Hirschlandplatz vermindert die Dominanz der Horizontalen. Der Eindruck steil aufragende Höhe kommt von den Auskragungen über mehrere Etagen an der Kapuzinergasse. An der Nordwestseite wurde ein bestehendes Fabrikgebäude integriert. Das Haus am Theaterplatz gehört zum Kulturpfad, der im Jahre 2000 entstand. 372 blaue Leuchtsteine markieren durch Essen den Weg des Pfades.


Handelshof

Der Willy-Brandt-Platz war im Mittelalter das Stadttor nach Süden in Richtung Kettwig und Köln. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird der Platz von einem repräsentativen Bau, dem Handelshof, beherrscht. 1912 wurde das Gebäude von den Architekten Carl Moritz und Werner Stahl erbaut. Der Handelshof sollte eine Kombination aus Nutzung als Geschäfts- und Bürohaus und als Hotel der gehobenen Klasse entstehen. Durch die Symmetrie der beiden Ecktürme und die streng gegliederte Fassade wurde eine palastartige Erscheinung des Gebäudes erzeugt. Von den ankommenden Reisenden wird es als Zeichen für Essens wirtschaftliches Gedeihen wahrgenommen. 1950 wurde daher auf dem Dach des Gebäudes die Leuchtreklame "Essen - die Einkaufsstadt" angebracht. Im Handelshof ist auch die Touristikzentrale der Stadt. Bis Herbst 2009 befand sich das Gebäude in Besitz der Stadt Essen. in den 90er Jahren wurde es umfassend und denkmalgerecht saniert. 1912 waren die ersten Pächter des Hauses die Eltern des Schauspielers Heinz Rühmann. Er verbrachte dort seine Kindheitsjahre. Kurz darauf entstand das Hotel unter Leitung von Otto Blau. Er erweiterte das Hotel zu einem 220 Betten Hotel. Danach übernahm seine Tochter den Betrieb. Tilla Blau empfing in den 50er und 60er Jahren als große Dame der Essener Hotellerie Größen aus Wirtschaft und Politik, internationale Show-Prominente, die in der Grugahalle, dem Saalbau oder der Lichtburg auftraten. Hier haben Maria Callas, Zarah Leander und die Beatles gewohnt. Seit 1983 gehört das Hotel zur schweizerischen Hotel- und Restaurantkette Mövenpick. Der Name Handelshof ist aber durch seine Bekanntheit und Tradition erhalten geblieben.


Eick-Haus

An der Nordseite des Willy-Brandt-Platzes liegt das Eick-Haus. Es wurde von Georg Metzendorf gebaut. Er plante auch die Essener Margarethenhöhe. An der Stelle des alten Kettwiger Tores baute er 1913 bis 1915 das luxuriöse Einrichtungshaus der Firma Eick Söhne. Es entstand ein Karree zwischen der Kettwiger und heutiger Rathenaustraße mit einem quadratischen Kopfbau. Die Dachtraufkante war auf eine vorgegebene Höhe von 16 Meter festgelegt. Über der zweigeschossigen Ladenebene fasse er zwei weitere Etagen optisch zu einer Einheit zusammen. Die Etagen darüber sind durch Gesimse jeweils einzeln abgesetzt. In jeder Ebene verkleinert sich die Fenstergröße. Unter der Dachtraufe läuft eine Säulenreihe. Sie verkürzt perspektivisch das ganze Gebäude. Dadurch erscheint das Gebäude wesentlich höher. Im Inneren gibt es einen prachtvollen Teppichsaal, der über 2 Etagen geht. Zur Hälfte öffnen ließ sich die hölzerne Kassettendecke. Durch den deckenverglasten Lichthof fiel Tageslicht ein. Das Gebäude wurde im Krieg schwer beschädigt. Nach dem Krieg wurde es mit einem Flachdach und einer zusätzlichen Etage wieder aufgebaut. Seit den 50er Jahren ist ein Textilhaus der gehobenen Klasse, das Anson´s, hier eingezogen. Georg Metzendorf bearbeitete noch mehrmals mögliche Ausbauvarianten des Gebäudes. Er entwarf 1928 ein Ensemble mit dem aufgestockten Eick-Haus. Im Bereich Haus am Kettwiger Tor und Theaterpassage sollten 2 Hochhausbauten eine neue Torsituation erzeugen. Diese Idee ließ sich aber finanziell nicht realisieren.


Unperfekthaus

Ein Unikum der Essener soziokulturellen Landschaft ist das Unperfekthaus. Es ist durch die persönliche Initiative eines Essener Software Unternehmens entstanden. Hier ist die Nicht-Perfektion in einem angestrebten perfekten Zustand angestrebt. Das Unperfekthaus hat 7 Etagen und wurde 2004 an der Friedrich-Ebert-Straße eröffnet. Es ist ein Künstlerhaus. Auf 4000 qm sind die unterschiedlichsten Künstler und Kreative vorhanden. Auf dem Dach befindet sich eine Aussichtsterrasse. Hier sind Ateliers, Probebühnen und Besprechungsräume für kreative Menschen. Die Räume werden mietfrei angeboten. Im Gegenzug verpflichten sich die Künstler, jederzeit Besucher in ihre Ateliers und Räume zu empfangen. Besucher zahlen im Unperfekthaus einen pauschalen Geldbetrag und dürfen dafür so lange bleiben, wie sie möchten. Ebenfalls sind in diesem Obolus viele alkoholfreie Getränke enthalten. Das Konzept ist mittlerweile mehrfach preisgekrönt worden. Es geht zurück auf die Idee des Essener IT-Unternehmers Reinhard Wiesemann. Er beschreibt das Unperfekthaus gern als Kreativzoo. Die Franziskanermönche nutzten bis 1999 das Unperfekthaus als Kloster. Spuren des geistlichen Lebens sind immer noch zu finden. Es gab rund 50 Schlafzellen. Die Räume waren ca. 15 qm groß. Heute sind hier die Kreativen untergebracht. Das Unperfekthaus kann auch von Personen für private Feiern angemietet werden. Wer möchte, kann hier sogar übernachten. Es ist ein beliebter Treffpunkt im Ruhrgebiet. Die Kneipe dort hat von 10 bis 23 Uhr geöffnet. Es werden Internet, Tischtennis, Ruheliegen, Kicker, Kuschelecke und ein Kunstkaufhaus geboten. Wer sich an dem Buffet bedient oder alkoholische Getränke zu sich nimmt, zahlt beim Verlassen auf Vertrauensbasis. Die Mitarbeiter hier sprechen alle Englisch. Wer etwas Besonderes erleben möchte oder seinen Gästen etwas Besonderes bieten will, ist hier an der richtigen Adresse.


Deutschlandhaus

Das Deutschlandhaus wurde wegen seiner Gestalt häufig mit der Eleganz eines Ocean-Schiffes der 20er Jahre verglichen. Es orientiert sich an amerikanische Hochhäuser seiner Zeit. Es ist ein sechsgeschossiger Bau mit 2 runden Seitenflügel. Der Kopfturm hat 10 Geschosse. Die Fassade wird von zahllosen Fenster unterbrochen. Es ist ein Bauwerk mit schwungvoller Leichtigkeit und zeitloser Eleganz. Errichtet wurde das Bauwerk von dem Architekten und Investor Jakob Körfer. Er hat in mehreren Städten des Ruhrgebiets und Westfalens Hochhäuser des gleichen Typs errichtet. Zu erwähnen wäre da das 1924 erbaute Hochhaus am Kölner Hansaring. Es galt lange Zeit als Europas höchstes Geschäftshaus. Das Deutschlandhaus hat noch einen offenen Aufzug, der dauernd fährt, einen sogenannten Paternoster. Dieser ist heute noch in Betrieb. 1929 wurde das Gebäude als Stahlskelettbau errichtet. Die Bauzeit betrug nur 1 Jahr. Im Erdgeschoss befinden sich heute elegante Geschäfte und Gastronomie in der Lindengalerie. In den oberen Etagen ist der städtische Geschäftsbereich für Planen und Bauen untergebracht. Das Deutschlandhaus gehört zum Essener Kulturpfad. Er ist eine gedachte Linie durch Essen, der mit extra hierfür angefertigten 372 blauen Leuchtsteinen markiert ist. Er führt vorbei an unterschiedliche kulturelle Objekte. Der Pfad zieht sich vom historischen Kern an der Marktkirche bis nach Norden. Im Jahr 2000 wurde er erschaffen.


Bahnsteig Blau

Am Platz der Freiheit südlich des Hauptbahnhofs liegt der Bahnsteig Blau. U-Bahnhöfe müssen ständig künstlich beleuchtet werden. Der Bahnsteig Blau wurde durch Neonlicht beleuchtet. Das heutige Gesicht des Bahnsteigs verdankt er einem Frostschaden. Durch die Beleuchtung unterscheidet er sich heute von anderen Bahnsteigen. 1996 fielen durch Frost etliche Keramikplatten von der Wand. Statt einer teuren Reparatur des alten Zustandes wurde ein neues Konzept entwickelt. Die rohen Betonpfeiler mit Zementkleberspuren bekamen einen weißen oder ultramarinblauen Anstrich. Die Bereiche, die keine helle Ausleuchtung benötigten, wurden in ein tiefblaues Licht getaucht. Die anderen Bereiche erhielten ein tageslichtähnliches Licht. Der besondere Charme sind die Gleise, die durch blaue Lichtbänder unterhalb der Bahnsteigkanten beleuchtet werden. Die Kulturlinie 107 fährt hier auch. Die Bahnen der EVAG schweben wie durch Wasser. Entlang der 17 km langen Strecke der Straßenbahn 107 kommen die Gäste an den wichtigsten kulturellen Schauplätze vorbei. Sie fährt von Essen-Bredney nach Gelsenkirchen. Die Linie 107 ist ein Konzept, welches im Jahre 2005 entwickelt wurde. Es entstand anlässlich der Bewerbung Essens und des Ruhrgebietes zur Kulturhauptstadt Europas 2010. Die Linie verbindet 60 kulturelle Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel die Villa Hügel, zwei Opernhäuser, den Essener Dom, eine Philharmonie, zwei Museen und die Zeche Zollverein. Die Fahrt geht ca. 45 Minuten. Sie fährt Wochentags alle 5 Minuten und am Wochenende alle 7,5 Minuten. Nach 23 Uhr fährt sie nur noch im 15 Minuten Takt. Jede 2. Bahn ist eine Niederflurbahn. An der Haltestelle Zollverein wurde durch den Neubau ein barrierefreies Ein- und Aussteigen ermöglicht. An den Bahnsteigen können die Fahrgäste kostenlos einen Audio Guide aus dem Internet auf den mp3 Player oder ihr Handy herunterladen und so alle wichtigen Informationen über die Sehenswürdigkeiten erhalten.


Grillo-Theater

Von der Kettwiger Straße nach links in die Dellbrügge erreicht man das Grillo-Theater. Das heutige Aussehen wird dominiert von dem strengen, von rechteckigen Säulen geprägten Mittelrisalit. Daneben befinden sich zwei schlichte, ebenfalls rechteckige Baukörper. Früher war das Theater im neubarocken Stil. In den 40er Jahren wurde es wiederaufgebaut. 1892 wurde es eröffnet und war das erste Stadttheater des Ruhrgebiets. Der Berliner Heinrich Seeling baute das Theater mit 800 Plätzen, zwei Rängen, Logen und Guckkastenbühne. Der Oberbürgermeister Erich Zweigert sprach die Eröffnungsrede. Wie auch das städtische Museum, Kirchenbauten und die Synagoge wurde der Bau des Theaters gesponsert. Das Besondere aber war, dass die Stiftung von einer Einzelperson kam. Der Industrielle Friedrich Grillo war es, der mit seiner Stiftung den Bau des Theaters erst ermöglichte. Leider erlebte er die Eröffnung seines Theaters nicht mehr. Er starb 1888. Zu seinem Gedenken hat das Grillo-Theater seinen Namen erhalten. Zur Kaiserzeit war das Grillo-Theater Schauspiel- und Opernhaus.Das städtische Orchester, heute die Essener Philharmonie, kam 1899 dazu. Der weltberühmte Grüne Tisch wurde hier kreiert und 1932 in Paris uraufgeführt. 1943 wurde das alte Gebäude vom Krieg zerstört. Nach Kriegsende war es eines der Ersten in Essen, das wiederhergestellt wurde. So konnte es 1950 wieder den Betrieb aufnehmen. 1988 sollte das Gebäude wegen Baumängel geschlossen werden. Der Intendant Hansgünther Heyme setzte sich für den Erhalt ein. 1988 wurde die Aalto-Oper am Stadtgarten eröffnet und das Grillo-Theater wurde zu einem reinen Sprechtheater umgewandelt. 1990 erfolgte eine Entkernung und der Umbau vom alten Guckkastenprinzip zum variablen Raumtheater. Die Zuschauerkapazität wurde auf 400 Plätze reduziert. Es gab aber wesentlich erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten. Der Essener Theaterarchitekt Professor Werner Ruhnau war mit dem Umbau beauftragt worden. 2001 wurde der Vorplatz neu gestaltet. Seit 2010 ist Christian Tombeil der Intendant des Theaters.


Gartenstadt Margarethenhöhe

Die Gartenstadt Margarethenhöhe ist nach Margarethe Krupp benannt. Sie war die Ehefrau von Friedrich Alfred Krupp. Er wollte, dass seine Arbeiter und Angestellten menschenwürdig wohnten. Kein Arbeiter sollte in so einer Enge leben, wie er als Kind. Er wuchs in einem Aufseherhäuschen neben der Fabrikhalle in Essen auf. Seine Tochter Bertha gründete die "Margarethe-Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge". Sie wollte Gutes tun für die Menschen, die in den Fabriken von Krupp schwer arbeiten mussten. Die Arbeiter und Angestellten sollten in hellen, guten Wohnungen, die eine gesunde und schöne Umgebung hatten, wohnen. Sie kaufte ein riesiges Grundstück und baute darauf viele Häuser. Der Architekt Georg Metzendorf entwarf die Gartenstadt für Bertha Krupp. Die Häuser sollten nicht alle gleich aussehen. Er plante jedes Haus einzeln. Das war natürlich sehr teuer. Er nahm verschiedene Hausteile und setzte sie unterschiedlich zusammen. Das war wie ein Baukasten, nur mit den unterschiedlichsten Hausteilen, wie zum Beispiel Gauben, Balkone, Eingänge, Fenster und Dachformen. So wurden von 1906 biss 1938 hier 935 Häuser gebaut. Dieses Baukasten-System sparte der Stiftung und somit auch Bertha Krupp eine Menge Geld. Im Mittelpunkt der Siedlung ist ein großer Marktplatz. Margarethenhöhe war die erste deutsche Gartenstadt für menschenfreundliches Wohnen. Die komplette Siedlung steht unter Denkmalschutz. Es darf von den Bewohnern nichts verändert oder abgerissen werden. Trotzdem ist dieser Stadtteil als Wohngegend sehr beliebt. Die Anwohner pflegen und hegen ihren Stadtteil. Hier ist alles blitzblank. Die Siedlung besitzt zahlreiche wundervolle Gärten mit sehr viel Natur. Das Wort Natur kommt von nasci. Das bedeutet entstehen oder auch geboren werden. Also ist mit Natur alles das gemeint, was nicht von Menschen erschaffen wird. Das Gegenteil ist Kultur. Mit Kultur ist alles das gemeint, was der Mensch gestaltet oder hervorbringt.


Kreuzeskirche

Die Kreuzeskirche ist protestantisch. Sie erlitt im Krieg schwere Beschädigungen. 1896 wurde sei von dem Berliner Architekten August Orth erbaut. Sie hatte zahlreiche Erker, ein Querhaus und einen Chor. Sie entsprach auch im Innenraum wenig dem protestantischen Ritus und wurde der evangelische Arbeiterdom genannt. Am Angang des 20. Jahrhunderts war die Kirche mit der alten Pauluskirche das religiöse und kulturelle Haus für ca. 50.000 evangelische Christen in der Innenstadt. Essen gehört von Anfang an zum Erzbistum Köln. Seit 1524 wurde in Essen gelegentlich evangelisch gepredigt. 1894 wurde der Essener Bachchor gegründet. Der Chor der Kreuzeskirche war bis zum 2. Weltkrieg der Bachchor der Stadt Essen. Ein Bachchor oder auch Bachverein ist ein Chor, der sich der Musik von Johann Sebastian Bach verpflichtet fühlt. In den Kriegsjahren fand der Bachchor seine neue Heimat in der Erlöserkirche. Die Kreuzeskirche wurde nach dem Krieg in den Jahren nach 1945 wieder aufgebaut. Ende der 50er Jahre wurde beschlossen, dass hier wieder ein kirchenmusikalischen Zentrum entstehen soll. Das kirchenmusikalische Leben an der Kreuzeskirche prägte der Kantor Siegfried Scheytt in den Jahren von 1958 bis 1996. Er baute einen neuen Chor auf. Die Essener Kantorei führte große Oratorien auf. Sie widmet sich aber auch der zeitgenössischen Musik. Kantor Scheytt war 1997 Mitbegründer des Forums Kreuzeskirche. Das Forum zielt auf die Begegnung von Glaube, Wissenschaft und Kunst ab. Die Uni Essen, die Folkwang Hochschule und das Kulturwissenschaftliche Institut (KWI) wirken hier mit. Die Impulse, die hier von der Kreuzeskirchengemeinde gegeben werden, sind weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt.


Stadtgarten_-_garten_der_klaenge_-_teil_2__die_skulpturen

Am Stadtgarten liegen der Saalbau und das Aalto Theater. Doch gerade die kleinen Objekte im Stadtgarten sind erwähnenswert. Hier gibt es zahlreiche Blumen und Pflanzen, die die Herzen der Blumenliebhaber höher schlagen lassen. Direkt vor den Glastüren des RWE Pavillons der Philharmonie stehen die "Großen Geister". Sie wurden von dem Düsseldorfer Künstler Thomas Schütte erschaffen. Er gewann 2005 den goldenen Löwen der Biennale in Venedig. Er wurde bekannt durch tischhohe Architekturmodelle, Fotografien, Installationen und Aquarelle zu den Medien, mit denen er arbeitet. Er gilt als einer der weltweit gefragtesten deutschen Künstler. Die Großen Geister sind Figuren auf der Terrassenfläche vor dem RWE Pavillon. Sie erinnern an das Leitbild-Maskottchen eines französischen Reifenherstellers. Am Eingang in den Stadtgarten an der Südseite steht das Werk von Max Bill "Unendliche Schleife". Max Bill war Bildhauer, Architekt und Designer Gestorben ist er 1994. Er war Gründer, Rektor und Erbauer der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Von der Unendlichen Schleife sind viele Varianten zwischen 1935 und 1994 entstanden. Sie geht auf das Prinzip der Möbius Schleife zurück. Als Papierversuch ist die Schleife ein Klassiker im Physikunterricht. Im Stadtgarten ist sie aus rotem Trauergranit. Das Cello von 1987 ist ein Werk von Stefan Huber. Beim Aufstellen der Skulptur bemerkte der Künstler, die Stadt Essen wäre genug durch Hässlichkeit belastet, dass er dem nichts mehr hinzufügen wolle. Das Cello steht für die künstlerische Wahrnehmen der Region. Das Werk des Künstlers Wolfgang Liesen "Standort für einen rezitierenden oder freisprechenden Menschen" wurde 1987 im Park aufgestellt. Er ordnete die Teile einer 1983 im Bauschutt gefundenen Säule so an, dass er die Illusion erzeugt, er wäre in den weichen Grund eingeschlagen. Auf dem Säulenfuss bleibt Platz für den frei Sprechenden. Er bleibt unsichtbar, außer der Besucher nimmt den Platz ein. Zu erwähnen wären noch die Fee von Wilhelm Nida-Rümeling aus dem Jahre 1905. Sie sollte ursprünglich als Aphrodite für einen Brunnen in der Wandelhalle des Saalbaus sein. Die "Erdmäuler" von Guido Hoffmann-Flick wurden durch den Landschaftsarchitekten Ulrich Falke in den neu angelegten Spielplatz eingebracht. Die vier Gesichter sind mineralisch, pflanzlich, tierisch und menschlich. Die begehbare Holzskulptur "Fünf Finger an einer Hand - fünf Wände zum Pentagramm wurde 1987 aufgestellt. Sie stammt von Klaus Simon. Hinter dem Aalto Theater wurde ein kleiner Hügel für das Steinhaus von Ulrich Rückriem aufgeschüttet. Er ist aus tonnenschweren Sandsteinblöcken wie auch der Obelisk am Nordwestzugang des Parks. Wie der Obelisk ist auch die Installation Dolomit von dem Künstler Ulrich Rückriem. Der Dolomit leitet als Wegbegrenzung den Fußgänger von der Straße zum Operneingang.


Die_Zeche Zollverein

Die Zeche Zollverein war die größte, schnellste aber auch modernste Zeche der Welt. Sie stand für sehr gute Leistung im europäischen Bergbau. Hier wurden 12.000 Tonnen pro Tag gefördert, dann aufbereitet und zu Koks verarbeitet. Heute ist sie ein moderner Standort für Kultur. 1993 wurde die Zehe stillgelegt. Erst 1999 fand die erste Ausstellung statt. Die Zeche steht heute unter Denkmalschutz. Führungen finden hier auf dem „Denkmalpfad“ statt und Besucher tauchen in die vergangene Zeit der Kohle ein. Hier erlebt man die gigantischen Maschinen. Wir starten den Rundgang am Pförtnerhäuschen. Hier erhält man Antworten auf Fragen und Informationsmaterial. Durch diesen Eingang schritten früher nur die Führungskräfte. Jetzt werfen wir einen Blick auf den 58 m hohen Förderturm. Er war in den 30er Jahren die größte Schweisskonstruktion. Weiter geht es zur Halle 6. Hier ist das ehemalige Umformer- und Schalthaus. Heute befindet sich die gemeinnützige Stiftung Zollverein dort. Sie wurde 1998 gegründet und kümmert sich um die Zeche. Nun gehen wir zum Besucherzentrum. Es befindet sich auf einer 24 Meter Ebene. Man erreicht es über die 58 Meter langen freistehenden Rolltreppe. Hier kann man sich über das Kulturhauptstadtjahr 2010 informieren. Im ehemaligen Kesselhaus, welches umgebaut wurde, ist die weltweit größte Ausstellung zeitgenössischen Designs, das „red dot design museum“. Auf 4000 qm sind ungefähr 1000 Stücke ausgestellt, die den „red dot Designpreis“ erhalten haben. In der ehemaligen Kompressorenhalle findet man heute ein Restaurant. Wir gehen weiter zur ehemaligen Lesebandhalle der Zeche. Hier wurden Kohle und Steine per Hand sortiert. Heute befinden sich dort offene Galerien und eine Kulturwerkstatt. Der Weg führt weiter zur ehemaligen Mischanlage. Hier ist der Infopunkt Kokerei und von hier aus starten die Führungen. Wir sind am Födergerüst Schacht 2 angekommen. Der Schacht ist heute noch in Betrieb. In 1000 Meter stehen Pumpen, die das Grubenwasser hochpumpen. Über ein Rohrsystem wird es in die Emscher geleitet. „La Primavera“ führt in den Bereich der Träume und Utopien. Es ist ein Kunstwerk aus Licht und Raum. Geschaffen wurde es von der Künstlerin Maria Nordmann. „La Primavera“ ist im ehemaligen Aschebunker untergebracht. Der Park bietet die Möglichkeit zur Erholung. Im Winter ist eine Eisbahn vorhanden. Das Werksschwimmbad erfreut die Besucher im Sommer.


Haus der Technik

Das Haus der Technik war lange Zeit neben dem Handelshof der erste Blickfang von Essen. Edmund Körner hat es erbaut. Es ist ein schlankes, lang gestrecktes Gebäude. Der ca. 100 Meter lange, zweistöckige Arkadengang bildet den Abschluss nach Osten. 1922 bis 1925 gestaltete Körner das Haus als Sitz der Essener Börse. Es zeigt sehr ausgeprägte expressionistische Elemente in der Fassade, in den Säulen des Arkadenganges und in dem Spitzerkern, der zum Handelshof ausgerichtet ist. 1935 wurde der Aktienhandel nach Düsseldorf verlegt. 1936 wurde das Gebäude von dem Essener Architekten Alfred Pegels umgebaut und somit zum Haus der Technik. Heute ist das HdT ein wissenschaftlich technisches Bildungs- und Veranstaltungszentrum. Es gehört zur Technischen Hochschule RWTH Aachen. Das Gebäude verfügt über 40 Räume für Seminare oder Vorlesungen. Die Räume haben eine Kapazität von 20 bis 550 Personen. Über seine Längsachse hat es einen Höhenunterschied von mehreren Etagen. Um diesen Unterschied auszugleichen, wird es von drei unterschiedlichen Straßenniveaus her erschlossen. Neben der alten Synagoge am Porscheplatz ist es der bekannteste Bau von Edmund Körner. Von Edmund Körner sind aber auch die Gebäude wie die Königliche Baugewerkschule im Moltkeviertel und das ehemalige evangelische Lehrerseminar in der Huttroper Seminarstraße, das heutige Ruhrkolleg. 1911 hatte sich Körner der Künstlerkolonie Mathildenhof in Darmstadt angeschlossen. Sehenswert sind auch zwei Wohnhäuser am Camillo-Sitte-Platz. Körner hat sich auch dafür eingesetzt, dass die Sammlung von Karl-Ernst Osthaus nach Essen kommt. Er baute 1927 das später im Krieg zerstörte Museum Folkwang. 1933 wurde Körner von den Nazis mit Berufsverbot belegt. Unter anderem wegen dem Bau einer Synagoge, aber auch wegen seiner vieler jüdischen Auftraggeber. Körner ging daher für kurze Zeit in die USA. Dort errichtete er 1934 die Deutsche Botschaft in Washington. Mitte der 30er Jahre kam er nach Essen zurück, wo er 1940 starb.


Heilige Barbara am RAG Evonik-Haus und Steile Lagerung

Die Reliefplastik "Bergmann und Heilige Barbara ist von Josef Enseling. Sie wurde einige Jahre im Depot zwischengelagert. Sie befindet sich an der Rückseite des neuen Ruhrkohle Hauses, dem RAG Haus, heute Evonik. Die Architekten des Gebäudes waren Chapman und Taylor. Das Muschelkalkrelief ist 1,5 x 10 Meter groß. Es ist ein Beispiel für die figurative Kunst am Bau aus der Nachkriegszeit. Die Kunst am Bau ist an vielen Essener Gebäuden, die in den 50er Jahren errichtet oder wiederaufgebaut wurden. Das Barbara Relief steht für die Epoche des Wiederaufbaus. in der der Ruhrbergbau die letzte große Konjunktur erlebte. Das Relief befand sich an der Fassade des alten Ruhrkohlehauses. Als das Gebäude in den 90er Jahren abgerissen wurde, musste das Relief aus der Fassade herausgelöst werden. Das war eine komplizierte Aktion. Es wurde in mehrere Teile zersägt. Um den Abriss des alten Gebäudes gab es lange Auseinandersetzungen um seine Denkmalwürdigkeit. Die Dachaufbauten des neuen RAG Evonik Hauses sind nachts beleuchtet. Die aus 60 Gussteilen zusammengefügte Bronzeplastik "Steile Lagerung" erinnert an die Arbeiter aus der Frühzeit des Bergbaus. Sie wurde nach den Entwürfen des Leiters des Bildhauerkurses der Uni Essen, Max Kratz, 1989 erschaffen. Sie entstand in einer Halle der Zeche Zollverein. Die Zeche wurde als letzte Essener Zeche 1986 stillgelegt. Die Steile Lagerung soll an die gefährliche Arbeit der Kumpel unter Tage erinnern. Im Vergleich zu anderen öffentlichen Kunstwerken zeigt sie recht wenige Spuren von Sprayern.


Umgebung_des_Folkwang Museums

Zwischen dem Museum und der Bismarckstraße stehen auf dem Rasen 2 Skulpturen. Die Skulpturen haben bereits in der Zeit vor dem aktuellen Neubau dort ihren Platz, „Schichtung 10C“ und „Treppe“. Die Schichtung 10C ist von Thomas Kaspar Lenk aus dem Jahre 1974 und die Treppe ist von Ulrich Rückriem aus dem Jahre 1982. Ulrich Rückriem hat das Anröchter Dolomit verwendet. Das ist ein Sandstein. Thomas Kaspar Lenk hingegen verwendete Stahl. Er verarbeitete Chromstahl und Leuchtfarbe. Die Schichtung ist dreidimensional. Die Aufstellung im Jahre 1974 löste heftige Proteste aus. Ab der Kahrstraße sind auf der Rasenfläche vor dem Trakt (Loy 1960) vier Platten von Richard Serras. Sie sind aus 6 cm dickem Cor-Ten-Stahl gegossen. Sie heißen „Inverted House of Cards“ aus den Jahren 1969 und 1983. Das Kunstwerk ist 5 x 5 x 3 Meter groß. Cor-Ten-Stahl wird an der Luft rot. Das liegt an der starken Korrosion, die aber mit der Zeit abnimmt. Es entsteht eine natürliche Korrosionsschutzschicht, der Sauerstoff und Wasser nichts anhaben kann. Die wuchtigen Stahlplatten halten sich durch die Masse seiner Teile im Gleichgewicht, so dass Wind und Wetter dem Kunstwerk nicht schaden können. Ein Kontrast zu den Platten sind die Schiffsketten des Bochumers Friedrich Grösel aus dem Jahr 1972. Sie wurden 1985 im Umfeld des Museums aufgestellt. Vorher standen sie unter anderem in Bonn, Bochum, Hagen, Oldenburg, Antwerpen und in Essen im Grugapark. In Holsterhausen steht der Trecker von Ludger Gerdes. Er wurde 1987 erschaffen. Er sollte auf einer Berghalde stehen. Der Maler und Bildhauer Gerdes entschied sich jedoch dagegen und so wurde sie in Holsterhausen aufgestellt.


Evonik-Steag Hauptverwaltung

Ein gutes Beispiel für herausragende Architektur und große Funktionalität der späten 50er und Anfang 60er Jahre ist das Gebäude der heutigen Evonik Steag Hauptverwaltung. Es wurde 1960 auf dem Gelände der vom Krieg zerstörten Kruppsiedlung Baumhof errichtet. Der Architekt Egon Eiermann errichtete das Gebäude. Er entwickelte eine Anlage aus einfachen Formen, Rechtecke und Quadrate. Es sind zwei rechtwinklig zueinander gestellte acht- beziehungsweise fünfgeschossigen Bauelemente. Der Zugangsbereich ist weit in die Freifläche vorgezogen und setzt die strenge Formensprache fort. Professor Egon Eiermann prägte die Architektur Geschichte der 60er Jahre. Er war Architekt und Lehrer. Durch Bauten wie die Gedächtniskirche am Berliner Kurfürstendamm, die deutsche Botschaft in Washington und das Abgeordnetenhaus Langer Eugen in Bonn war er international bekannt. Die Evonik Steag Hauptverwaltung steht am Beginn der Rüttenscheider Straße. Das Gebäude wurde zunächst von der Mannesmann Ag genutzt. Seit 1968 war hier die neugegründete Ruhrkohle AG (RAG) beheimatet. 1992 wurde der Komplex auf die Tochtergesellschaft Steag übertragen. Das Gebäude wurde nach den Plänen der Architekten Kohl und Kohl saniert und der Anbau wurde aufgestockt. Die charakterischen Züge, wie zum Beispiel die Transparenz im Treppenhaus, blieb dabei erhalten. Hierbei wurde auch die streng gegliederte schwarze Fassade weiterentwickelt, in Anlehnung an den Erstentwurf. Auch die Evonik-Steag Hauptverwaltung gehört zum Kulturpfad in Essen. Er zeigt verschiedene Kulturobjekte und verläuft entlang einer gedachten Linie durch die Stadt. Es wurden hierfür extra Leuchtsteine entwickelt. Diese 372 Leuchtsteine findet man an jeder Station des Pfades. Der Kulturpfad wurde im Jahre 2000 entwickelt.


Bismarckplatz und Haus der Geschichte / Stadtarchiv

Am Bismarckplatz wurde das Bismarckdenkmal 1899 aufgestellt und eingeweiht. Hinter dem Denkmal befindet sich das im Jahre 1898 fertiggestellte Gebäude der Königlichen Eisenbahndirektion zu Essen. Es diente bis 2004 unter wechselnden Bezeichnungen als Bahnverwaltung. Dann stand das Gebäude einige Jahre leer. 2009 zog hier die Deutsche Bank mit einer deutschen Service Zentrale ein. Es ist die 3. in Deutschland. Die anderen beiden Zentralen sind in Frankfurt und in Leipzig. Dur die neu eingerichtete Zentrale wurden 1.500 Arbeitsplätze in Essen geschaffen. Das Gebäude wurde für die Deutsche Bank umgebaut. Die Luisenschule blieb ebenfalls erhalten. Sie ist 1866 gegründet worden und zog 1906 in das von dem Architekten Friedrich Paulsen erbauten Jugendstil Gebäude am Bismarckplatz. Geschlossen wurde sie 2004. Heute beherbergt sie das Haus der Essener Geschichte und das Stadtarchiv. Dafür wurde das Schulgebäude in nur 2 Jahren für 6,5 Millionen Euro umgebaut. Mit dem Umbau wurden die Architekten Felix Scheid und Kasprusch beauftragt. Es ist das dritte neu eröffnete Museumsbau im Kulturhauptstadtjahr. Die anderen beiden sind das Museum Folkwang und das Ruhrmuseum auf Zeche Zollverein. Das Gebäude ist ein Magazinbau. Die eigenwillige Fassade ist aus kontrolliert rostendem Cor-Ten-Stahl. Sie wurde neu errichtet. Cor-Ten-Stahl fängt sehr stark zu rosten an und nimmt daher die rote Farbe an. Mit fortschreitender Zeit jedoch wird die Korrosion verlangsamt. Das Stadtarchiv bewahrt 17,6 Regal-Kilometer an Büchern und Unterlagen über die Stadt Essen auf. Es hat ein Magazin, Arbeitsräume und einen Lesesaal. Die älteste Urkunde ist aus dem Jahr 1272. Aus dem Jahr 1450 liegen Stadtrechnungen von Essen komplett vor. Auch das Archiv von Ernst Schmidt mit seinen Unterlagen zum Widerstand im Nationalsozialismus und zur Essener Arbeitsbewegungen befinden sich in dem Stadtarchiv. Im Haus der Geschichte sind auch die umfangreichen Zeitungsbestände und die stadtgeschichtliche Abteilung der Stadtbibliothek und die Bibliothek der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde.


Schloss Borbeck

Schloss Borbeck ist ein Wasserschloss und liegt in Essen-Borbeck. Es war früher im Besitz der Äbtissinnen. Sie waren Vorsteherinnen oder Leiterinnen eines Frauenklosters oder Stifts. In einem Stift legt man im Gegensatz zum Kloster kein Ewiges Gelübde ab. Das Stift kann wieder verlassen werden, wenn man zum Beispiel heiraten will. Im Sommer wohnten die Äbtissinnen nicht hier im Stift in Essen. Sie residierten dann in etwas ländlicher Umgebung. Die Geschichte des Schlosses ist sehr eng mit der Gesichte der Stadt verbunden. Die Äbtissinnen übten nämlich nicht nur geistliche, sondern auch weltliche Herrschaft aus. Das Schloss ist etwa 350 Jahre alt. Es ist im Barockstil erbaut worden. Vor mehreren Jahrhunderten stand hier ein festes Haus oder auch eine Burg. Etwa 700 bis 800 Jahre bauten die Äbtissinnen an dem Gebäude und veränderten das Schloss so im Stil der jeweiligen Zeit. Heute ist der Besitzer des Schlosses die Stadt Essen. Es wird für diverse Veranstaltungen genutzt und steht somit den Bürger offen. Auch für private Veranstaltungen kann das Schloss genutzt werden. Der Schlosspark kann heute für Spaziergänge, Picknicke, zum Joggen oder sonstiges genutzt werden. Der Eintritt in den Park ist heute kostenlos. Früher musste man hier jedoch Eintritt zahlen. Das heutige Aussehen des Schlosses ist der Äbtissin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach zu verdanken. Sie baute es in den Jahren 1744 bis 1762 um. Auch der Schlosspark wurde von ihr angelegt. Er besaß Wasserspiele, Volieren, eine Insel und eine künstlich angelegte Ruine. Im Schlosspark entspringt die Borbecke, die den Schlossteich füllt. Während des 2. Weltkrieges wurden Bunkeranlagen im Schlosspark gebaut. Die Eingänge sind zubetoniert, jedoch sind heute noch im Gebüsch Teile der Anlagen sichtbar. 1941 kaufte die Stadt Essen das Gelände und nutzte es als Büroräume der Stadtverwaltung. Danach standen die Gebäude längere Zeit leer. 1985 wurden die Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Seit 1983 ist das Schloss Kultur- und Begegnungsstätte der Bürger. Das Borbecker Standesamt, die Folkwang Musikschule und ein Teil der Volkshochschule befinden sich in dem Gebäude. Ständig finden hier auch Ausstellungen statt. Im Untergeschoß ist ein Restaurant.


Forum Kunst und Architektur

Der Kulturpfad, der im Jahre 2000 ins Leben gerufen wurde, führt durch die Viehofer Straße nach Norden. Der Kopstadtplatz, der 1958 angelegt wurde, diente als Markt- und auch schon als Kirmesplatz. Bis zum 2. Weltkrieg befand sich hier das Revue- und Operettentheater Colosseum. Es wurde 1899 eröffnet. In den frühen 60er Jahren wurde das Haus am Kopstadtplatz hier eingeweiht. Hier residiert das Forum Kunst und Architektur. Die Stadt Essen hat es für den Bund Deutscher Architekten, den Ruhrländischen Künstlerbund und den Werkkreis bildender Künstler angemietet. 2 ehemalige Ladenlokale werden hier für Ausstellungen genutzt. Es sind 630 qm und das Kellergeschoss wurde hergerichtet. Hier finden bis zu 10 Ausstellungen pro Jahr statt. Außerdem gibt es Vorträge und Diskussionsrunden zu bildender Kunst, Baukultur und Stadtentwicklung. Das Forum versteht sich als Diskussionsstätte zu Stadtgestaltung, als Kunstforum, Informationsstelle, als pädagogischer Richtungsweiser und avantgardistischer Impulsgeber. Das Ziel ist es, gewohnte Wahrnehmungsmuster zu hinterfragen und innovative Impulse für den öffentlichen Raum freizusetzen. Die Räume sind hell, großzügig und verglast. Einst wurden hier Herrenanzüge und Babyartikel verkauft. Der Kunstverein Ruhr ist räumlich und organisatorisch eng mit dem Forum verbunden. Das Ausstellungsprogramm des Kunstvereins ist hochkarätig. Es konzentriert sich in einem Raum auf Rauminstallationen. Der Kunstverein Ruhr widmet sich der zeitgenössischen bildenden Kunst. Damit ist er der 2. Kunstverein in Essen. Der andere ist der Kunstring Folkwang. Der Kunstverein Ruhr hat ca. 250 Mitglieder und schaut auf eine 60 jährige Geschichte zurück. Er wurde 1950 von dem Folkwangprofessor Max Burchartz gegründet.


Umraum

Zum Essener Kulturpfad, der im Jahre 2000 ins Leben gerufen wurde, gehört hat der Umraum. Geht man über die Folkwang Brücke, die über die B 224 führt, gelangt man zur Rückseite des Museumszentrums. Hier über eine kleine Rampe geht man in den Park zwischen der Bismarckstraße und der Rüttenscheider Straße. Links befindet sich das Glückaufhaus. Hier befindet sich die Stelengruppe. Sie ist eine Installation aus zehn Beton-Säulen. Unter den Säulen befindet sich der ehemalige Bunker der NS Gauleitung. Die Stehlen wurden 1989 von Timm Ulrichs kreiert. Die Stirnseiten der Stelen sind abgeschrägt. Dort erkennt man die Buchstaben U, M, R, A, U und M. Sie sind zu einem X angeordnet. Daher sind sie aus jeder Richtung lesbar: UMRAUM. Einige brauchten eine lange Zeit, um dieses Kunstwerk deuten zu können. Denn erst durch den Bau der Brücke und durch den neuen Folkwang-Bau wurde der Umraum erschlossen. Vorher hatte er sich von der vielbefahrenen Rüttenscheider Straße abgewandt. Die Schrift ist nur vom Park aus sichtbar, nicht von der Straße her. Der Kunstring Folkwang kaufte den Umraum 1989 und schenkte ihn den Bürgern der Stadt Essen. Ulrichs wurde schon mit etlichen öffentlichen Preisen geehrt. Er hat Anfang der 70er Jahre die Werbezentrale für Totalkunst gegründet. Geboren wurde er 1940 in Berlin. Er ging dann in Bremen zur Schule. Sein Architektur-Studium macht Ulrich an der Technischen Hochschule Hannover. Von 1969 bis 1979 war er Gastprofessor an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und 1972 bis 2005 Professor an der Kunstakademie Münster. Wie bereits gesagt, gehört der Umraum zum Essener Kulturpfad. Der Pfad ist etwa vier Kilometer lang. Er verbindet Kulturstätten und Kunstobjekte in der Essener Innenstadt und im Südviertel. Er beginnt im Süden am Folkwangmuseum bis zum Lichtfinger, der an den STEAG Türmen installiert ist. Er wurde im Jahre 2000 ins Leben gerufen. Der Weg wird mit 372 blauen Leuchtsteinen markiert.


Glückaufhaus

Mit dem Glückaufhaus und dem Film-Studio Glückauf verbindet sich eine wechselvolle Essener Geschichte seit den 20er Jahren bis heute. Die architektonische und kulturelle Substanz sollte erhalten bleiben. Dafür war ein breites Bürgerbündnis nötig. Die erforderte einen mutigen baulichen und unternehmerischen Schritt um das Gesicht des Gebäudes und die Wahrnehmung im Stadtraum mit dem kompletten Neubau des Inneren zu vermischen. Das Bürohaus Glückauf ist 1922 / 23 entstanden. Es ist ein Beispiel für die dynamische Architekturentwicklung dieser Zeit. Aber es ist auch das erste Essener Gebäude das an den Planungsdezernenten und Architekten Ernst Bode erinnert. Das Gebäude war ein Wahrzeichen für den industriellen Wandel in Essen. In der Eingangshalle sind expressionistische Stilelemente, einen monumentalen Säulenrisalit zur Rüttenscheider Straße und einen Arkadeneingang im dreistöckigen Vorbau zur Friedensstraße. Mit dem großen Innenhof nimmt die Anlage schlossartige Dimensionen an. Der Bau diente zunächst als Verwaltungsgebäude. Schon 1933 waren hier mehrere Gauleitungen zur NS Kommandozentrale für Essen und das westliche Ruhrgebiet zusammen gefasst. Danach diente das Haus als Sitz der englischen Stadtkommandantur und der von den Alliierten eingerichteten Kontrollbehörde für den deutschen Steinkohlebergbau. In den 50er Jahren wurde es als Polzeipräsidium genutzt. Danach war es Verwaltungssitz verschiedener bergbaulicher Verbände. Es zeigte im Jahr 2000 gravierende Schäden, so dass eine völlige Entkernung der denkmalgeschützten Anlage notwendig wurden. Für diesen Umbau stand das Gebäude 5 Jahre leer und wurde weitere 5 Jahre noch immer bearbeitet. Das Hagener Architekturbüro Bahl und Partner wurde mit dem Neuentwurf des Glückaufhauses beauftragt. Die Bausubstanz war nicht mehr zu retten und daher entschloss man sich zu einem Neubau. Die denkmalgeschützte Hülle sollte erhalten bleiben. Die Bauarbeiten waren 2009 abgeschlossen. Heute ist das Glückaufhaus ein Bürogebäude, welches auf dem neusten technischen stand ist. Es hat 17.000 qm Nutzfläche.


Glockenspiel

Die Kettwiger Straße ist in Essen eine Einkaufsstraße. Seit den 50er Jahren ist sie Essens teuerste Einkaufsmeile, bezogen auf die Quadratmetern zu den Mietpreisen. Sie war die erste Fußgängerzone in Deutschland. An der Ecke Kettwiger Straße und Am Glockenspiel setzt sich zu jeder vollen Stunde mit Westminster-Schlag ein Uhrenwerk in Gang. Seit 1955 schlägt es am Uhrenhaus Deiter in Essen. Das Glockenspiel ist eine moderne Art historischer Glockenspiele. In Holland sind diese häufig zu finden. In Deutschland sind sie vorwiegend aus München und Nürnberg bekannt. Die Kupferfiguren des Glockenspiels sind von dem Hamburger Bildhauer Herman Diesener und des Folkwang-Lehrers Adolf Wamper. Viele Leute bleiben hier stehen und schauen nach oben. Die Figuren zeigen den Stadtgründer Altfrid, die Fürstäbtissin Theophanu, den Sachsenkaiser Heinrich III., den Reformator Heinrich von Kempen sowie Bürger und Handwerker des Mittelalters. Das Mosaik des Glockenspiel-Erkers ist nach den Entwürfen von Herman Schardt entstanden. Er war der Direktor der Folkwangschule von 11947 bis zu deren Eingliederung in die Gesamthochschule 1971. Eine Broschüre über das Glockenspiel bekommt der Interessierte im Uhrenhaus Deiter. Vom gegenüber liegenden Cafe in der 2. Etage kann man einen näheren Blick auf die Figuren werfen. Es ist ein Cafe mit Flair der Adenauerzeit und das einzige verbliebene Innenstadt Kaffeehaus in diesem Ambiente. Es hat wunderbare Details, wie zum Beispiel die Wendeltreppe, das geschwungene Messinggelände, einen Flügel und Kellnerinnen mit Spitzenschürzen. Es duftet nach Kaffee und nach 4711.


Phänomania Erfahrungsfeld

Das Phänomenia Erfahrungsfeld Essen ist in der der Zeche Zollverein im denkmalgeschützten Fördermaschinenhaus Schacht 3/7/10 beheimatet. Hugo Kükelhaus hat es in den 60er Jahren entwickelt und überall auf der Welt ausgestellt. Nun können in Essen die phänomenalen Eindrücke der Ausstellung bewundert werden. Auf 1500 m² Ausstellungsfläche zeigen gut 80 Stationen verschiedene Sinneseindrücke und auch deren Veränderung durch eine Änderung der Perspektive.

Im Erfahrungsfeld wird vor allem der Erforschungsdrang von Kindern befriedigt. Es gibt sehr viel zu sehen, hören, riechen und erleben. Auf mehreren Etagen bekommen die Kinder einen Eindruck von Geräuschen, die verschiedene Materialien machen, vom Grundrauschen der einzelnen Räume oder der Wirkung von Musterdrehscheiben. Auch der Körper selbst kann auf Entdeckungsreise geschickt werden in Welten aus Balance und Gleichgewicht.

Aber auch Erwachsene können noch so einige Dinge über die Umwelt lernen. Besonders für Schulklassen ist das Erfahrungsfeld bestens geeignet. Es werden auch direkt Führungen für Gruppen angeboten. Vor dem Fördermaschinenhaus befindet sich ein kleines Erfahrungsfeld im Freien zusammen mit einem begehbaren Förderturm.

Anschrift: Phänomania Erfahrungsfeld Am Handwerkerpark 8 – 10 45309 Essen Telefon 0201 - 30 10 30


Lichtburg

Die Lichtburg in Essen ist ein Kino. Es ist das größte Kino Deutschlands. 1250 Plätze sind hier vorhanden. 1928 wurde es gebaut und hatte zu dieser Zeit sogar 1999 Plätze. Aber es wurde im 2. Weltkrieg völlig zerstört. Nach dem Krieg wurde es wieder aufgebaut. Am Haus der Lichtburg wurde eine Erinnerungstafel angebracht. Darauf wird erzählt, dass der Besitzer Karl Wolfssohn zur Zeit des Nationalsozialismus gezwungen wurde, das Kino zu verkaufen. Er musste es weit unter Wert verkaufen, weil er Jude war. Das Judentum ist die älteste der drei grossen Religionen mit dem Glauben an einen einzigen Gott. Der Nationalsozialismus ist eine politische Bewegung, die nach dem ersten Weltkrieg entstand und unter ihrem Führer Adolf Hitler in der Katastrophe des 2. Weltkrieges endete. Die Nationalsozialisten verfolgten die Juden nicht wegen ihrer Religion, sondern wegen ihrer Rasse und steckten sie in Konzentrationslager. Sie wurden hier gezwungen zu arbeiten. Aber sie wurden auch gequält, erniedrigt und auch getötet. Der erste Weltkrieg fand in den Jahren 1914 bis 1918 statt. Der 2. Weltkrieg wütete in den Jahren 1939 bis 1945. Karl Wolfssohn hatte Angst um sein Leben und flüchtete nach Palästina. Palästina ist das heutige Israel. Er überlebte und kehrte nach dem Ende des Nationalsozialismus zurück und kämpfte für eine gerechte Entschädigung des ihm entstandenen Schadens. Bevor das Gericht jedoch eine Entscheidung darüber getroffen hat, starb er. Er hat es nicht mehr erlebt, das das Gericht das Unrecht des Nationalsozialismus wieder gutgemacht hat. Heute ist das Kino ausgestattet mit herrlich bequemen roten Sesseln, die einem guten Kinobesuch nichts im Wege stehen. Mit Popcorn und Getränken kann der Besucher es sich dort richtig gemütlich machen. Im Eingangsbereich ist ein roter Teppich verlegt, auf dem man zu den Kassenhäuschen gelangt. Verantwortlich ist heute die Essener Filkunsttheater GmbH, deren Geschäftsführerin Frau Marianne Menze ist. Der große Kinosaal kann auch für Theater- und Kabarettveranstaltungen genutzt werden, da die Leinwand aufrollbar ist. Dahinter befindet sich eine Bühne. Das komplette Gebäude steht unter Denkmalschutz.


Europahaus

Im 2. Weltkrieg wurde Essen schwer getroffen. Am heutigen Kennedyplatz wurden viele Häuser getroffen. Nach dem Weltkrieg wurden die zerbombten Häuser am Kennedyplatz eingeebnet und provisorische Pavillons für Ladengeschäfte eingerichtet. Außerdem bauten die Amerikaner dort das Amerikahaus Ruhr. Heute ist dies das Europahaus. Es war das einzige Institut seiner Art im Ruhrgebiet. Die Amerikahäuser in Deutschland sollten durch Bibliothek, Vorträge und Ausstellungen kulturelles und politisches Demokratie Verständnis der Alliierten vermitteln. Der Architekt war Hermann Gehring. Die Relieffiguren sind von dem Bildhauer Herbert Lungwitz. Die Säulengänge sind aus rein ästhetischen Gründen. Die Stadt ließ 1964 unter vielen Protesten das alte Rathaus abreißen. Es war im neugotischen Stil von Peter Zindel im Jahre 1887 erbaut worden. 15 Jahre lang war das Bürgermeisteramt in einem Provisorium untergebracht. Das Europahaus wurde 1979 Domizil für das Haus Industrieform. Danach wurde eine komplizierte Suche nach einer neuen Funktion. Mittlerweile war das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt worden. 1994 fand sich dann der Kaufmann und Kulturmanager Christian Stratmann. Er und sein Brüder Ludger hatten eine neue Konzeptidee. Sie wollten ein privates Kulturzentrum mit Theater und Gastronomie. Heute bietet das Gebäude als Europahaus ein Gastspielprogramm von Satire bis Travestie und Ludger Stratmann, der ein sehr bekannter medizinischer Kabarettist ist, bietet hier sein Programm einer Vielzahl von Menschen an. Nebenan ist ein ebenfalls für Essen wichtiges Gebäude auf dem Kennedyplatz. Das Heroldhaus liegt an der Südseite. Es ist siebengeschossig. 1954 / 1955 wurde es nach den Plänen des früheren Regierungsbaumeisters Emil Jung erbaut. Hauptsächlich war hier die Sozialverwaltung der Stadt untergebracht. Danach stand es lange Zeit leer. Im Februar 2010 wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Der Umbau zu einem Hotel der Hotelkette Motel One wurde im Mai 2010 geplant.


Friedenskirche

Die Friedenskirche liegt in der Umgebung der Alten Synagoge in Essen. Die Kirche ist Mittelpunkt der Alt-Katholiken Gemeinde. In Essen gibt es die alt-katholische Gemeinde seit 1872. Die Krichen-Gemeinde wurde von Beginn als staatlich als christliche Kirche anerkannt. Aber erst 1914 wurde der Bau eines eigenen Gotteshauses beschlossen. Die Planung übernahm der Architekt Albert Erbe. Er war damals Beigeordneter und Stadtbaurat. Die Proportionen des wuchtigen Baukörpers der Synagoge musste ausgeglichen werden. Auf einer künstlich angelegen Erhöhung entstand die Kirche, der Turm und das Gemeindehaus. Die Kirche ist ein Tonnengewölbe mit einseitiger Fensterfront. Bereits nach einer Bauzeit von 2 Jahren konnte die Friedenskirche eingeweiht werden. Das geschah mitten im 2. Weltkrieg. Bischof Georg Moog hat 1916 die Kirche eingeweiht. Jedoch wurde sie durch den Krieg stark beschädigt. Bis 1952 wurde sie wieder neu aufgebaut. Seit 1985 steht die Kirche unter Denkmalschutz. Von 2003 bis 2006 wurde der Innenraum in seinen Originalzustand zurück versetzt. Ebenfalls die bunt-abstrakten Deckenmalereien von Jan Thorn-Prikker sind restauriert worden. Es sind also seltene, wichtige Zeugnisse aus der Jugendstil-Epoche für Essen erhalten geblieben. Der Chor der Kirche wurde von dem niederländischen Glasmaler Jan Thorn-Prikker gestaltet. Es ist ein Goldmosaik im klassizistischen Wiener Jugendstil. Das Mosaik wurde von der Familie Krupp gestiftet. Jan Thorn-Prikker wurde von der Familie gefördert. Er war an der Gewerbekunstschule lehrender Künstler. Die vier Kirchenfenster bedürfen ebenfalls einer besonderen Erwähnung. Sie wurden von Harry McLean angefertigt. Er ist 1908 geboren und 1994 gestorben. 1963 wurden die im Krieg beschädigten Bleiglasfenster durch die Fenster von McLean ersetzt. Es sind aber noch etliche Restaurierungsarbeiten an der Kirche geplant.


Folkwang Museum

Das Museum Folkwang hat mit der schönsten nordgermanischen Göttin der Liebenden und der Fruchtbarkeit Freya zu tun. Sie ähnelt der Venus des römischen Götterhimmels. Der Hof der Göttin Freya wird "Folkwangr" genannt. Das sollte die Einheit von Kunst und Leben in dem neuen Museum verdeutlichen. Das Folkwang Museum ist ein Museum für moderne Kunst. Es hat eine bedeutende Kunstsammlung. Werke von Vincent van Goch, August Macke und Pablo Picasso sind hier unter anderem zu sehen. Auf einem Gemälde von dem Künstler Nils Blommer ist die Göttin Freya zu sehen. Sie fährt einen Karren, der von Katzen gezogen wird. Das Gemälde wurde 1852 gemalt. Der Gründer des Museums Folkwang ist Karl Ernst Osthaus. Allerdings war das in Hagen. Er machte eine große Erbschaft und kaufte davon Kunstwerke. Er liebte die Malerei. 1902 gründete er deshalb das Museum, damit er all seine gesammelten Werke ausstellen konnte. Essener Kunstbegeisterte gründeten den Folkwang-Museumsverein. Als Karl Ernst Osthaus starb, kauften der Verein die Bilder für die Stadt Essen. Das war im Jahr 1921.1917 schenkte Hans Goldschmidt dem Museum seine Villa an der Bismarckstraße in Essen. Im Oktober 1922 wurde dort das neue Folkwangmuseum eröffnet. Mittlerweile werden Werke von Cézanne, Gauguin, Kandinsky und Matisse hier ausgestellt. Auch heute werden noch zeitgenössische Kunst, Fotografien und Plakate gesammelt. Da der Platz nicht mehr ausreicht, wird das Museum ständig erweitert. Im Krieg gingen 1400 Werke verloren. Nach dem der Krieg beendet war, konnten durch Rückkauf und Neukauf viele Kunstwerke wiederbeschafft werden. Im Jahre 2006 wurde der Neubau des Museums beschlossen. Er wurde finanziert durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. David Chipperfield plante das Gebäude unter Einbezug des unter Denkmalschutz stehenden Altbaus. Die Bauzeit betrug 2 Jahre. Es wurde eine zusätzliche Nutzfläche von 16.000 qm geschaffen.


Münsterkirche

Münster leitet sich vom lateinischen Wort monasterium für ein Kloster ab. Ursprünglich war Münster eine Kirche, die als Teil eines Klosters erbaut wurde. Am Südportal des Essener Münsters befinden sich die Heiligen Cosmas und Damian. Sie waren Zwillingsbrüder. Cosmas und Damian waren beide Ärzte und im ganzen Land bekannt. Sie wollten kein Geld für ihre Behandlung, denn sie waren Christen und meinten, dass allein die Allmacht Gottes über Gesundheit und Krankheit entscheide. Viele Menschen wurden aber durch ihre Fähigkeiten als Ärzte bald wieder gesund. Ebenfalls unterstützten sie arme und hilflose Kranke mit Wohltaten. Dadurch gewannen sie die Herzen der Menschen und bekehrten viele von ihnen zum Christentum. Eine Legende besagt, dass die beiden Ärzte zusammen mit Engeln einem schlafenden Kranken das zerfressene Bein durch ein gesundes ersetzt haben. Das gesunde Bein haben sie zuvor von einem Verstorbenen abgenommen. Wegen des christlichen Glaubens wurden sie dann jedoch vor Gericht gestellt, gefoltert, verbrannt, durchlöchert und gesteinigt. Ein eifersüchtiger Arzt hatte die beiden Brüder angezeigt. Die Folter führte aber nicht zu dem Tode der Brüder und so wurden sie schließlich enthauptet. In der Essener Münsterkirche fällt besonders der siebenarmige Leuchter ins Auge. Er ist die älteste erhaltene christliche Nachbildung eines jüdischem Tempelleuchters. Am Stamm des Leuchters befindet sich eine lateinische Inschrift. Dort steht: Äbtissin Mathilde ließ mich anfertigen und weihte mich Christus. Die Äbtissin Mathilde lebte von 971 bis 1011. In der Kirche befindet sich auch die Grabplatte der Äbtissin Elisabeth von Berg. Das kostbarste Stück in der Kirche ist aber die goldene Madonna. Sie ist die älteste Marienfigur der Welt. Sie ist 74 cm hoch und 18,5 Kilogramm schwer. Das Kleid ist aus 116 Goldblechen zusammengesetzt. Die Augen sind aus blauem Emaille. Heute befindet sie sich in der Domschatzkammer in der Münsterkirche. Dort befinden sich aber noch weitere Schätze wie Kreuze, Kelche, Broschen, Behälter für das heilige Brot und Reliquien usw. Auch die Gebeine von Cosmas und Damian sind hier.


Baldeneysee

Der Baldeneysee liegt im Essener Süden. Er ist ein Stausee der Ruhr. Hier wird das Wasser gereinigt. Die Ruhr besitzt viele Klippen und Bänke. Dadurch können die Schiffe nicht durchfahren. An den Schleusen wird der Höhenunterschied ausgeglichen. Es gibt im Ruhrgebiet 5 Stauseen. In der Nähe vom Baldeneysee befindet sich auch der Kettwiger See. Der Baldeneysee ist ca. 8 Kilometer lang. Er ist der größte See von den 5 Stauseen. Der Name kommt von dem Schloss Baldeney. 1933 wurde der See angelegt. Der See staut sich etwa 5 Meter hoch auf, sodass die Schmutzteilchen aus der Ruhr nach unten sinken können. Durch Sand und Kies findet eine natürliche Reinigung des Wassers statt. Die Ruhr wurde früher von Firmen und Industrie als Abwasserkanal genutzt. Alle, sogar die Haushalte, leiteten das Abwasser in die Ruhr. Bald war kein Sauerstoff in der Ruhr mehr vorhanden und so konnten keine Tiere und Pflanzen hier leben. Mittlerweile ist das Wasser der Ruhr wieder so sauber, dass es Trinkwasser ist. Um den Baldeneysee existiert ein Rad- und Wanderweg von 14 Kilometer. Auf dem See fahren Schiffe, die Rundfahrten anbieten. Dazu gibt es viele Segel- und Ruderboote, Surfer und andere Wassersportler. Am Nordufer gibt es eine Tribüne, einen Beobachtungsturm für die Wettfahrten, ein Klubhaus für die Wassersportler und vieles mehr. Am See befindet sich ein sehr beliebter Treff für Motorradfans. An Haus Scheppen treffen sich bei schönen Wetter viele Motorradfahrer und klönen, quatschen, genießen die Umgebung und tauschen Erfahrungen aus. Das ist für Viele sehr sehenswert. Die unterschiedlichsten Maschinen können hier bewundert werden. Der Baldeneysee ist ein Treffpunkt für Jung und Alt und jeder kann hier einen wundervollen Tag erleben.


Spirale Food for Thought

Food for Thought bedeutet so viel wie Nahrung für die Gedanken. Dieses Kunstwerk steht seit Mitte der 90er Jahre hinter dem Europahaus. Es erhitzte zu dieser Zeit die Gemüter der Essener. Es ist aus 22 Tonnen nichtrostenden Remanit Stahls. Die Spirale ist 8 Meter hoch. Geschaffen wurde sie von dem in New York lebenden rumänischen Künstlers Serge Spitzer. Er ist 1951 geboren. Spitzer hat auch bei der Biennale Venedig teilgenommen. 1996 ließ er etliche Meter Doppel T Träger von der Firma Krupp fertigen. Wie ein Stück Draht auf einer Rolle wickelt sich der Stahl herum. Er platzierte dieses Monstrum über eine Einfahrt zu einer Tiefgarage. Seine Gedanken zu dem Werk sind die hiesige Stahl- und Kohlevergangenheit in einem nicht begehbaren Werk voller Geheimnisse. Die Essener Bürger tauften dieses Objekt als Essens größte Mülltonne. Gedanken kann sich der Betrachter darüber machen, was der Künstler wohl mit Geheimnissen meinte. Das kann jeder für sich ausmachen. Nach fast 2 Jahrzehnten seiner Präsenz in Essen ist Food for Thought immer noch geistige Nahrung und viele führen hitzige Debatten über Kunst im öffentlichen Raum. Fast jährlich diskutieren die Essener darüber, ob es Kunst ist oder ob es weg soll. Aber der Künstler bleibt hart. Er ist der Meinung, dass er diese Objekt für diesen Ort geschaffen habe und es dort bleibe. Die künstlerische Bearbeitung von Eisen hat erst gegen Ende der Stahlzeit begonnen. Eisen wurde als rein technischer Stoff lange Zeit verarbeitet. Die Spirale gehört zum Essener Kulturpfad, der seit dem Jahre 2000 besteht. Extra hierfür angefertigte 372 blaue Leuchtsteine markieren den Pfad durch Essen.


Dampfe

In dem Stadtteil Borbeck befindet sich das Brauhaus "Dampfe". Hier wurde bis vor kurzer Zeit noch eine ältere Technik in modernem Gewand zum Brauen von Bier verwendet. Hier geht es um das Dampfbier. Er hört sich seltsam an. In einer bestimmten Vorstufe auf dem Weg zum fertigen Bier muss dem Sud in der Würzpfanne richtig eingeheizt werden. Für das Dampfbier wurde Hitze benötigt, die wurde durch ein Kohlefeuer oder ähnliches unter der Würzpfanne erzeugt. Jedoch musste hier genaustens aufgepasst werden. Wenn das Feuer zu heiss oder nicht stark genug war, misslang der gewünschte Effekt. Es wurde dann keine Stammwürze erzeugt. Mit einer Dampfmaschine ließ sich die Temperatur konstant halten. Doppelwandige Gefäße, durch die der Dampf ging, erzeugten somit die gewünschte Würze. Viele Brauereien legten in ihrer Werbung besonderen Werkt daruaf, auf die moderne Art hinzuweisen. Auch die Stern- und Dampfbierbrauerei in Essen Borbeck benutzte diese Technik seit 1896. Das Bierbrauen war schon in vorchristlicher Zeit bekannt. Davon zeugen Dokumente aus dem alten Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris uns aus dem antiken Ägypten. Das moderne Bierbrauen unterscheidet sich jedoch sehr von dem damaligen Getränk. Da immer mehr, teilweise auch gefährliche Stoffe hinzugefügt wurden, wurde 1516 das deutsche Reinheitsgebot erlassen. Es läßt nur 3 Grundstoffe zu. Das sind Wasser, Gerstenmalz und Hopfen. Die technische Weiterentwicklung verhalf dazu, dass das Bier von immer gleichbleibender Qualität ist. Früher war es reine Glückssache, wie der Geschmack des Bieres ausfiel. Hefe ist von großer Bedeutung dafür, ob es sich um ein ober- oder ein untergäriges Bier handelt. Eigentlich sind die Arbeitsschritte beim Bierbrauen immer die selben. Das Malz wird geschrotet und mit Wasser gemischt. Das ganze wird in den Maischbottichen erhitzt. Das sind Kupfer- oder Edelstahlkessel. Dabei wird die Stärke in Malzzucker umgewandelt. Das vorher unter Zugabe von Wasser zum keimen gebrachte und dann getrocknete Getreide ist verantwortlich für die Farbe des Malzes und somit auch für die Farbe des Bieres. Von den Maischbottichen wird der Sud in den Läuterbottich geleitet, der die festen Bestandteile von der Würze trennt. In der Würzpfanne wird sodann der Hopfen zugegeben. Danach wird die Würze gekühlt. Hier wird die Hefe zugefügt, die je nach Herkunft ober- oder untergärig sein kann. Sie leitet den Gärprozess ein. Der Malzzucker wird in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Bei obergärigen Bieren steigt die Hefe nach oben und bei untergärigen sinkt sie zu Boden. Nun wird das Bier bei einigen Brauereien nochmal gefiltert. Wenn dieser Vorgang nicht durchgeführt wird, erhält man ein naturtrübes Bier. In der Dampfe werden das Borbecker Dunkle Salonbier, das Borbecker Helle Dampfbier und das Borbecker Zwickelbier angeboten.


RWE - Haus

Vom Stadtgarten aus fällt der Blick auf das höchste Haus der Ruhrregion. Es setzte in den 90er Jahren im Hochhausbau wegweisende Marken. In der Fachwelt wird es als Modell für ökologisches Hochhausbau bezeichnet. Der Kontrast zwischen "Konzernzentrale des RWE", "Höchstes Haus am Platz" und "Tower of Power" zu ökologischem Bauen wurde von den Architekten Ingenhoven, Overdiek und Partner gut gelöst. Das RWE Haus liegt gegenüber dem Hochtief Haus. Geplant wurde der RWE Turm von den Architekten Ingenhoven und die Hochtief AG hat ihn gebaut. RWE ist teilweise im privaten und teils im kommunalen Besitz. 1998 hat die Firma ihr 100jähriges Bestehen gefeiert. In den 90er Jahren zielte der Konzern auf weitere Bereich wie Chemie, Mineralöl und Wasserwirtschaft ab. Sie wollte eine gute nationale und europäische Position im Entsorgungs- und Recycling Geschäft. Durch die Errichtung der neuen Zentrale strebte die RWE einen Imagewechsel an. Das Gebäude steht auf dem Gelände der ehemaligen Essener Stern.Brauerei. Der gläserne Turm ist 162 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 32 Meter und 32 Etagen inklusive den Technik- und Tiefgeschossen. Damit das Haus die Bezeichnung ökologisches Hochhaus erhielt, musste eine Klimatechnik unter Einbeziehung der natürlichen Umgebung verwirklicht werden. Bis dahin waren Hochhäuser klimatisch auf künstliche Erwärmung oder Kühlung mit dem dazu gehörenden Energieverbrauch angewiesen. Der Rundbau erzielt dagegen einen Klimaeffekt durch eine zweite Hülle. Die doppelwandige Glasfassade ist auf 7000 qm in 962 einzelne Klimakammern unterteilt. Die Kammern sind ca. 50 cm tief. Jede einzelne Zelle ist individuell steuerbar und arbeitet nach dem Kaminprinzip. Von der Sonne wird die Luft erwärmt und durch die Lamellen geregelt. Die warme Luft geht oben raus und kühle Luft kommt unten von draussen rein. Diese Klimakammern fanden weitere Verwendung beim Bau der Commerzbank Zentrale in Frankfurt und am Debis Turm in Berlin.


Haus am Kettwiger Tor

1954 wurde das Haus am Kettwiger Tor errichtet. Es war für Essen von sehr wichtiger psychologischer Bedeutung. Es liegt in der Nähe des prunkvollen Gebäudes Handelshof. Es handelt sich bei dem Haus am Kettwiger Tor um den ersten wirklichen Hochhausbau nach dem Krieg. Der Architekt war Wilhelm Eggeling. Zuvor war es ein zweistöckiger Sockelbau, in dem eine Ladenpassage, Gastronomie und ein Kino im Untergeschoss bewohnt waren. Es entstand ein sechsstöckiges Hochhaus. Der Grundriss ist aus einem leichten Kreisbogen abgeleitet. Zu diesem Zeitpunkt wurde in der ersten Etage das Eiscafe Toscani rundherum verglast. Das Film Casino befand sich im Tiefgeschoss. Kino und Cafe sind heute nicht mehr erhalten. Im Tiefgeschoss sind Wandfresken von Werner Graeff erhalten. Diese sind leider unter einer Verschalung und nicht mehr zugänglich. Werner Graeff ist 1901 geboren und 1978 gestorben. Er war Student am Weimarer Bauhaus und jüngstes Mitglied der De-Stijl-Bewegung um Theo van Doesburg. Außerdem hat er die deutsche Avantgarde-Zeitschrift "G" herausgegeben. 1952 erregte sein Programm "Über die farbige Gestaltung des Ruhrgebiets" Aufsehen. Das war der erste Gedanke, das Ruhrgebiet durch künstlerische Eingriffe humaner und wohnlicher zu gestalten. Der Folkwang Lehrer Graeff war auch führender Kopf des Ruhrländischen Künstlerbundes. Er verkörperte durch sein Werk und seine Vita in Essen einen authentischen Brückenschlag zurück in die Moderne. Das Haus am Kettwiger Tor gehört zum Kulturpfad, der im Jahre 2000 entstand. Er verläuft als gedachte Linie an bestehenden kulturellen Objekten vorbei. Die extra hierfür entwickelten 372 blauen Leuchtsteine markieren den Weg.


Ein leichtes Spiel

Auf dem Salzmarkt steht eine Arbeit des Kölners Ansgar Nierhoff. Es ist von Bäumen überschattet. Ansgar Nierhoff wurde 1941 in Meschede im Sauerland geboren. Im August 2010 ist der Künstler gestorben. In ganz Deutschland sind seine Arbeiten verteilt. Er hat fast 100 Werke im öffentlichen Raum stehen. Einige seiner Werke sind in Museen in ganz Deutschland verteilt. Er hatte mehrere Einzelausstellungen und etliche Beteiligungen an Ausstellungen. Der deutsche Stahlbildhauer hat an der Kunstakademie Düsseldorf in den Jahren 19644 - 1969 studiert. Von 1988 bis 2008 war er Professor an der Akademie für Bildende Künste in Mainz. Er nutzte für "Ein leichtes Spiel" das Material Eisen. Es ist ein bildlicher Widerspruch in sich. Der Künstler verwendete einfache geometrische Grundformen. 2 Halbkreise messen 8,40 Meter. Sie sind aus 10 cm starkem Walzblech. Eine Kugel ist 1,34 Meter groß. Eine zylindrische Rundstelle ist 44,5 cm im Durchmesser und 8,30 Meter hoch. Und eine quadratische Fläche, die in einem 3 Millimeter starken Stahlrahmen eingefasst ist. 1991 wurde die Skulpturengruppe aufgestellt. In Auftrag gegeben hat sie die Essener Sparkasse. Jedes Element wiegt 10 Tonnen. Der Künstler fordert uns mit diesem Werk auf, die einzelnen Körper als Elemente eines imaginären Spieles miteinander in Beziehung zu setzen. Er gibt keine Regeln vor. Ein weiteres Werk des Künstlers steht am Limbecker Platz. Dort hat er im Jahre 1993 "Der Kern - 2 Streckungen und 1 Ring" aufgestellt. Das leichte Spiel gehört zum Kulturpfad in Essen. Er wird von 372 blauen Leuchtsteinen markiert und führt durch Essen vorbei an unterschiedliche Kulturobjekte. Er wurde im Jahre 2000 ins Leben gerufen. Er verläuft als gedachte Linie. Er führt vom Folkwang Museum zur Stadt an der Marktkirche bis nach Norden.


Rathaus

Das Rathaus ist seit 1979 das höchste Rathaus von Deutschland. Die Höhe beträgt 106 Meter. Es wurde von Theodor Seifert entwickelt. Ein Laserstrahl sollte das Rathaus von Essen markieren. Jedoch versagte die aufwändige, noch nicht ausgereifte Technik nach wenigen Minuten. Daraufhin wurde sie wieder abgebaut. Für einen Moment steuerte das Rathaus etwas zur Geschichte der Lichtkunst in Essen bei. Der Grundriss des Gebäudes ist y-förmig. Er spiegelt den Geschmack der 70er Jahre wider. Hier waren zu dieser Zeit ca. 750.000 Einwohner. Die Stadt strebte die Millionenmarke an. Der Ratssaal hat dunkle Holzvertäfelung. Im Rats- und Repräsentationstrakt sind die Flure palisandergetäfelt. Die Wandelbereiche haben schallschluckende Teppiche. Die Fassade hat einen Schutzüberzug aus Aluminiumoxid. Sie ist dadurch dunkelbraun. Die Fensterbänder sind verspiegelt. Der Turm hat 23 Stockwerke. Er ist voll klimatisiert. In der heutigen Zeit würde kein Architekt so planen oder bauen. Erst im Jahr 2010 wurde durch die Rathaus Galerie ein Zugang zu den Behörden garantiert, der überdacht und somit fußläufig und sturmböen-frei ist. Das Rathausfoyer ist mehrstöckig und sehr repräsentativ. Es ist mit rotbraunem Granit und Palisander, einem gut duftenden Edelholz, ausgestattet. Im Inneren befindet sich das Theater im Rathaus. Hier wird seit vielen Jahren anspruchsvolles Tournee- und Boulevardtheater angeboten. Das Rathaus befindet sich auf der östlichen Seite der Schützenbahn. Es ist von der westlichen Seite über die Welcome-Brücke zu erreichen. Es liegt am Porscheplatz. In der Nähe befindet sich das City-Center. In der obersten Etage des Rathauses befindet sich eine Aussichtsplattform.


Ruhr Museum

Das Ruhr Museum in Essen befasst sich mit der Geschichte von Land, Natur und Menschen an der Ruhr. Über 6.000 verschiedene Objekte sind in diesem Regionalmuseum zu sehen. Das Ruhr Museum befindet sich auf 3 Etagen. Diese werden durch das ganz besondere Treppenhaus miteinander verbunden. In der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein zeigt das Museum die Natur- und Kulturgeschichte der Region in verschiedenen Zeiträumen. An der Kasse können Kinder sich die Museums Tasche ausleihen. Darin sind ein Forscherhandbuch und Arbeitsmaterialien wie Kompass und Taschenlampe enthalten. Die Kinder müssen an vielen Stationen Entdeckungen machen, Aufgaben lösen und so etwas über das Ruhrgebiet erfahren. Die erste Ebene des Museum befasst sich mit der Gegenwart. Es werden die Menschen, die Tiere und die Pflanzen vorgestellt, die heute im Ruhrgebiet leben. Auf der 2. Ebene erfährt der Besucher viel über das Leben der Menschen vor 200 bis vor rund einer Million Jahren. Skelette von Mammuts und Wollnashörnern, die ersten Werkzeuge und Spuren der Römer und Burgen aus dem Mittelalter können hier erlebt werden. Die 3. Etage befasst sich mit der Kohle. Es wird gezeigt, wie Kohle entstanden ist. Auch die Tierwelt vor 300 Millionen Jahren wird vorgestellt. Das Museum hat mehrere Außenstellen. Darunter sind das Mineralien Museum in Essen Kupferdreh, die Museumslandschaft Deilbachtal, eine Musterwohnung in der Gartenstadt Margarethenhöhe und den Halbachhammer im Nachtigallental. In allen Außenstellen finden unterschiedliche Aktionen statt. Parkplätze sind vor der Zeche ausreichend vorhanden. Das Cafe liegt inmitten von restaurierten Originalmaschinen und bietet alles für das leibliche Wohl.




Zahlen & Fakten: Stadtname:
Essen

Bundesland:
Nordrhein-Westfalen

Regierungsbezirk:
Düsseldorf

Landkreis:
Kreisfreie Stadt

Höhe:
116 m ü. NN

Fläche:
210,31 km²

Einwohner:
576.259

Autokennzeichen:
E

Vorwahl:
020102054

Gemeinde-
schlüssel:

05 1 13 000



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